Stillstand?

27. Juli 2010

Mein letzter Beitrag hier im Blog also am 31. März diesen Jahres.
Nun denn, ob ich dazu noch wirklich viel sagen kann, ist fraglich,
aber ich kann es ja mal versuchen.

Da war der Umzug in eine neue Stadt,
die totale Ignoranz von Menschen,
die mir eigentlich am Herzen liegen sollten,
Familie, alte Freunde, neue Freunde,
halt Menschen, die vermutlich ab und an mal an mich denken,
die einen mehr, die anderen vielleicht weniger,
das vermute ich zumindest.
Es sind Wochen, es sind Monate vergangen,
eine Zeit, in der ich es mehr und mehr geschafft habe,
eine nahezu unfassbare Gleichgültigkeit an den Tag zu legen,
den Tag irgendwie zu überleben,
und die Nacht betäubt zu überleben.
Und dabei ist mir wohl bewusst, dass mich dieses Verhalten
immer tiefer in den Strudel meiner persönlichen Misere treibt.
Und jeden Tag auf’s Neue kommt dieses „Aber“,
was jedoch immer leiser zu werden scheint,
irgendwann hat man den Punkt erreicht, an dem es egal ist,
an dem es so sinnfrei erscheint, dass man aufhört, sich zu kümmern um das,
was einen vermutlich irgendwann vor die Staatsanwaltschaft bringen wird.
Und wenn ich meine Situation richtig beurteile, dann wird es bald soweit sein.
Ob ich das will? Nein, mit Nichten, aber erzähle das mal jemandem,
der seit langer Zeit auf gefühlten zwei Quadratmetern ausharrt.
Jemandem, der den Ernst der Lage nicht verkennt,
der genau weiß, was ihn bald erwartet,
und von Schuld möchte ich hier nicht reden,
natürlich ist die Lage aussichtslos,
da helfen auch keine Ausreden oder Betäubungen mehr,
um zumindest für ein paar Stunden der Nacht ein klein wenig Ruhe zu finden.
Sich einfach „Wegmachen“, diese kleine Zeit der traumlosen Ruhe.

Und der Tag?

Iiiiiiiiiiiiiiiiit’s Showtime!

Ich nenne es inzwischen einfach nur noch Funktionieren,
denn mehr ist es nicht, nein, es wird eher weniger,
eine schwammige Fassade, man lächelt, gibt sich als Herr der Lage,
versucht, entspannt zu sein,
obwohl einen die innere Verkrampfung zu übermannen droht.
Und genau diese Drohung manifestiert sich immer stärker,
mit jeder Sekunde, mit jedem wachen Moment.
Die Tage, Wochen und Monate schleichen so ins Land,
mehr und mehr werde ich zu meinem Richter.

Wo all das hinführen wird?

Mein seltsames Kartenhaus wird vermutlich schon bald einstürzen,
natürlich bin ich mir dessen bewusst, aber bis es so weit ist,
mache ich einfach weiter, es ist wohl der Weg,
der meiner labilen Natur am ehesten entspricht.

Nicht hören, nicht sehen, nicht sprechen!

Retrospektive 4/2009

31. Dezember 2009

Und dann wurde es irgendwann still, eine bedrückende Lautlosigkeit,
ich versuchte zu hören, was mein Verstand mir sagen wollte,
doch mein Herz ließ keine weiteren Gefühle zu.
Der Ablauf meines Tages war nun so monoton geworden,
dass mir selbst die einfachsten Dinge schwer fielen,
wie eine unendliche Last, die auf meinen Schultern ruhte.
Der Punkt ohne Wiederkehr war nun endgültig erreicht,
auch meine letzten Kontakte in die Welt da draussen waren verkümmert,
nicht mehr existent, bedeutungslos im Nichts verschwunden.
Es gab kaum ein Licht mehr, dass meine Umgebung erhellte,
das letzte heitere Tanzen meiner Kerzen im Keim erstickt,
und mein trostloses Leben war dabei, mich zu überholen.
Leise versuchte ich noch, mich zu erinnern,
auf die Dinge zu blicken, die einst schön waren,
die mich mit Mut, Zuversicht und Freude erfüllten.
Aber so sehr ich mich auch anstrengte, es sollte mir einfach nicht gelingen,
Geist und Körper bildeten schon lange keine Einheit mehr.
Auch meine Wünsche waren verflogen,
mein Glaube an das Gute in dieser Welt verschwunden,
und ein Ausweg aus diesem Tal in weite Ferne gerückt.

Ich versuchte, mich umzudrehen, einen Blick auf das zu werfen,
was mich umgab, und was ich dort sah, ließ mich erschrecken,
das Chaos in meinem Kopf hatte meine ganz persönliche Umgebung
auch ins Chaos gestürzt, so war ich nie, und so hatte ich nie werden wollen.
Und dann, binnen weniger Tage, überschlugen sich die Ereignisse,
keinen Kontakt mehr, im Rausch des Giftes betäubt,
ein Unfall, tiefe Schmerzen, und die Erkenntnis,
dass es sich dem Ende nähert.

Gab es noch einen Ausweg?

Glaubte ich noch an mein Leben?

Fortsetzung folgt

Rückblick

17. August 2009

Eigentlich wollte ich mich nicht mehr umdrehen.

Aber genau heute Abend fühle ich mich frei,
meine Erinnerung spielt mir nur noch selten Streiche,
und deswegen lasse ich es genau jetzt einfach zu.
Ein Blick in die Vergangenheit,
4 Jahre meines noch so jungen Lebens hier unten.
Und dabei glaube ich eigentlich nicht an ein „Oben“.

Ich lausche den Klängen aus meinen Lautsprechern,
entspannte Musik läuft jetzt,
ein wenig jazzlastig, gepaart mit orientalischen Einflüssen.
Ich mag diese Streams, sie sind meine Begleiter in der Nacht,
wenn ich hier sitze, und meine Gedanken zu Papier bringe.

Ja, es waren schöne Jahre, die ich mit ihr erleben durfte,
es gab Höhen und Tiefen,
und ich hätte mir ein „für immer“ gewünscht,
doch ich habe inzwischen eingesehen und verstanden,
dass es leider nie möglich war,
dieses „für immer“ zu verwirklichen.
Und es bleibt der bittere Beigeschmack,
nie eine wirkliche Begründung bekommen zu haben,
ein einfaches „Nein!“ reicht mir nicht.
Aber dabei wird es wohl bleiben,
es ist einfach zu viel Zeit vergangen,
alles zerbrochen über die Jahre.
Ich hatte eine gute Zeit,
in der ich gerne für Euch da war,
es scheint unendlich weit weg,
und dann doch in machen Momenten sehr nahe,
wenn ich Euch sehe, nur aus der Ferne,
und zufällig, unsere Stadt ist halt klein,
und es ist schon lange nicht mehr „unsere“ Stadt,
nur noch die deine und die meine.

Ich werde meinen Weg gehen,
auf Hürden bin ich vorbereitet,
wir werden uns begegnen,
früher oder später,
es mag hart werden,
aber die Zeit wird es mit sich bringen.

Ja, ich erinnere mich gerne an das, was einmal war!

Es war dunkel draußen, und es war warm.
Durch die offenen Fenster drang eine seltsame Stille,
so, als wäre es die Ruhe vor dem nahenden Sturm,
der am Horizont schon zu sehen war.
Ich sah den Fernseher nur noch verschwommen,
die Bilder des amerikanischen Newschannels
waren eh immer die gleichen,
Berichte vom Krieg, oder das Elend der dritten Welt.
Das Programm war mir vollkommen egal,
Hauptsache überhaupt irgendeine Unterhaltung.
Meine Gedanken waren eh nicht bei der Sache,
so gerne ich mich auch konzentriert hätte,
es ging einfach nicht,
als ob eine Mauer in meinem Kopf
jeden freien Gedanken verhindern würde.
Und auch wieder der Griff neben mein Sofa,
so, wie es nicht anders kannte,
Seelentröster und Schlafmittel in einer Flasche,
nur noch ein wenig, dann war ich bereit,
die Nacht zu beenden, mein Bett zu suchen.
Müde und traurig streifte ich meine Kleider ab,
um in die sichere Höhle zu kriechen,
die mir eine hoffentlich traumlose Erleichterung bringen sollte.
Doch mein Kopf wollte nicht zur Ruhe kommen,
lange lag ich wach, und es tat weh,
alles war schon so weit weg, und dann doch wieder so nah,
als wäre es erst gestern gewesen.
Ich schlief ein, doch da waren sie wieder,
meine Träume in der ruhelosen Nacht.
Von ihr, von Dir, so real,
dass es mir Nacht für Nacht den Atem raubte.
Ich sehe Dich, spüre Deine Haut an meiner,
es ist so vertraut, so wirklich, so schmerzhaft.
Und wenn ich erwache, wirkt es nach,
mit einer so überzeugenden Stärke,
dass ich mich kaum zu wehren vermag.
Einst war die Nacht mein Freund,
mein Beschützer in schlimmen,
in einsamen Stunden.
Doch inzwischen ist alles anders geworden,
meine Träume hinterlassen Spuren für den Tag,
für jeden neuen Morgen.
Ob es sich ändern wird,
ich habe noch keinen wirklichen Plan.
In dieser Welt sterben Kinder,
Weltmächte beginnen, sich aufzulösen,
Regierungen brechen.
Und meine Gedanken versinken auch im Chaos
meiner Gefühle, es schmerzt,
auch nach dieser langen Zeit,
und es ist halt so, wie es ist.
Ob es meinen Leuten nun passt oder nicht,
es dauert halt, vielleicht lange,
vielleicht auch nur noch ein wenig.

Abwarten und hoffen!

Seelenschrei

8. August 2009

Ihre Augen wirkten leer, glasig.

Da war sie wieder, diese erschreckend laute Stille,
ein mächtiger Sog, der sie zu verschlingen drohte.
Der Mann neben ihr war ein Fremder,
den sie nur noch verschwommen erkannte,
und mit jedem Wort, das gesagt wurde,
schien es eindeutiger, klarer.

„Ja, genau jetzt werde ich begehrt!“

Sie begann langsam, wieder etwas zu spüren,
und das Gift machte es leichter,
alle Unsicherheit des Alltags war verflogen,
und alles schien egal,
und doch so unendlich wichtig,
sie spürte ihren Körper,
und ja, sie wollte benutzt werden, wie eine billige Hure,
die im Suff alle Prinzipien über Bord wirft, man gibt alles preis,
nicht nur seinen Körper, nein, auch seine Seele.
Und obwohl es ein unendlich lauter Schrei nach Hilfe ist,
hört keiner wirklich zu,
schließlich ist die Gelegenheit viel zu verlockend,
jemanden, der hilflos ist, zu nutzen,
für seine Zwecke, so dreckig es auch sein mag.
Es ist eine Flucht im Rausch der Sinne betäubt,
als ob es kein Morgen mehr gibt,
man lebt nur diesen einen kleinen Moment,
gibt sich hin, lässt sich fallen.
Und mit jedem Mal werde die Stürze
am Tag danach heftiger, unausweichlicher.
Irgendwann reicht nichts mehr,
man erreicht den traurigen Höhepunkt
seines persönlichen Absturzes,
geht verschämt und mit gesenktem Haupt durch die Welt.
Die Unsicherheit im „normalen“ Leben droht,
einen jede Sekunde des Tages zu übermannen,
nur in der Nacht, wenn alle Katzen grau sind,
wird sie zu einer schillernden Gestalt,
die sich beinahe schon prostituiert,
nur, um überhaupt noch etwas zu spüren.

„Wenn Du jetzt gehst, braucht Du nicht mehr wieder zu kommen!“

Nur ein Anruf

21. Juli 2009

Warum habe ich Idiot das gemacht?

Ich habe angerufen, bei Ihr,
wollte nur eben ihre Stimme hören,
fragen, wie es ihr geht.
Und obwohl sie meine Nummer gesehen hat,
ist sie ans Telefon gegangen,
das Gespräch war sehr kurz,
nur eine kalte Stimme,
die mir nicht ein mal mehr sagen wollte,
wie es ihr geht, was sie so macht.

„Ich beende jetzt dieses Gespräch.“

Und jetzt wünsche ich mir,
dass ich niemals bei ihr angerufen hätte,
ich verstehe auch nicht mehr,
warum ich das überhaupt noch mache.
Es tut mir doch nur weh,
wenn ich versuche,
wenigstens kläglich wieder
den Kontakt herzustellen,
wenn ich versuche,
auch nur den Hauch einer Chance zu bekommen.

Manchmal wünsche ich mir,
dass sie ihre Nummern ändern würde,
so dass ich überhaupt nicht mehr die Möglichkeit hätte,
sie anzurufen oder ihr eine SMS zu schreiben.
Aber das kann ich wohl vergessen,
warum sollte sie auch,
schliesslich wäre ich derjenige,
welcher endlich damit aufhören sollte,
an sie zu denken.

Warum tut es nur so verdammt weh?

Diagnose: Liebeskummer

20. Juli 2009

Es hat mich aufgewühlt, aber es war gut so.

Ich weiss es ja nun schon seit Monaten selber,
aber heute war ein Tag,
an dem mir alles noch ein mal deutlich wurde,
oder besser, deutlich gemacht wurde.
Ich habe Liebeskummer,
und zwar nicht irgendeinen Liebeskummer,
nein, ich habe ganz schlimmen Liebeskummer.
Und der hat mich schon sehr lange
viel zu deutlich im Griff,
ohne dass ich ein Mittel gefunden hätte,
mich erfolgreich dagegen zu wehren.
Klar war Weglaufen eine Art Lösung,
die gewohnte Umgebung meiden,
in der bis heute alles
mehr als schmerzlich und fremd erscheint.
Egal wo, bloss nicht zu Hause,
das war meine Devise,
eine Flucht vor dem Unausweichlichen,
vor der bitter seltsamen Realität.

Wenn ich meinen Schmerz in Worte fassen müsste,
so könnte ich wohl ein Buch damit füllen,
vielleicht würde es noch für einen Nachfolger reichen,
so vieles ist geschehen, und das über lange Zeit.
Die Zeiten des Unglücks in dieser Beziehung überwiegen,
natürlich denke ich auch an die schöne Zeit,
aber ich nehme sie nicht so bewusst wahr,
wie es noch tat, als alles in Ordnung war,
oder zumindest so schien.

Ich könnte schreien, heulen und toben zur gleichen Zeit,
so weh tut dieser ganze Scheiß,
und am schlimmsten ist die Tatsache,
dass ich genau all diese Dummheiten gemacht habe,
die man vermeiden sollte
wie der Teufel das Weihwasser,
wenn man verlassen worden ist.
Zerstörung, Manipulation, Lügen,
es waren die absoluten Todsünden,
und deshalb kann ich sehr gut verstehen,
warum sie mich nicht einmal mehr hassen kann,
die zu begreifen habe ich jedoch noch lange nicht akzeptiert,
da ich mir tatsächlich so etwas wie Hoffnung erträume,
auf eine kleine Chance,
sie wieder in meine Arme nehmen zu können.

Ich weiss, total hirnrissig!

Noch sind die Momente, in denen es weht tut,
unendlich stark, treffen mich voll in den Magen,
wie ein Fahrstuhl, der ohne Notbremsung
in die unendliche Tiefe rast.
Und ich möchte mich ja gerne dagegen wehren,
nur hab ich noch keine Idee,
wie ich das in naher Zukunft anstellen soll.
Und ich kann diese Momente nicht kontrollieren,
sie kommen aus dem Nichts,
so, als würde man bestraft,
ohne zu wissen, warum.

Und dann diese elende Grübelei,
was, wäre, hätte, wenn.
Und wenn ich mit diesem fiesen Gefühl
alle Fälle durch habe,
dann geht es sofort wieder von vorne los,
ich hasse diese nie enden wollenden Achterbahnfahrten,
aber ich kann diesen dämlichen Zug nicht stoppen.

Und so werde ich auch heute Nacht
wieder lange wach liegen,
werde all das wieder und wieder
durchmachen müssen,
irgendwann schlafe ich dann ein,
und dann kommen die Träume,
die mir den Atem rauben,
mich schweiss nass erwachen lassen.

Mehr zu diesen Träumen dann Morgen,
jetzt werde ich mich noch irgendwie ablenken,
hoffentlich werde ich müde.

Gute Nacht, Welt!