Kein Karneval

15. Februar 2010

Es ist mal wieder so weit, ja, Ihr Lieben, es ist Karneval.
Und das nicht erst seit gestern, nein, so richtig seit Donnerstag.
Als Kind und Jugendlicher fand ich diese winterliche Veranstaltung immer richtig klasse,
in jüngeren Jahren als Cowboy mit Pistole, und später dann ohne Kostüm,
dafür aber um so mehr von dem fröhlich machenden Nass,
welches Hemmungen gerne mal vergessen macht.
Natürlich war die Gegend perfekt, in der ich aufgewachsen bin,
Aachen, eine der Karnevalshochburgen im Rheinland.
Köln und Düsseldorf in direkter Nachbarschaft,
also jedes Jahr die freie Auswahl.
Schön war’s, kann ich nicht anders beschreiben.
Nach meiner Schulzeit kam dann relativ früh der Umzug in ein neues Leben,
hoch in den Norden, nach Ostfriesland.
Hier lebe ich immer noch, inzwischen seit 1996,
es gab Tiefen, aber die Höhen haben bei Weitem überwogen.

Und ich schweife mal wieder ab….. also…..

Karneval!

Nichts in der Welt könnte mich dazu bewegen,
in dieser Zeit ins Rheinland zu fahren,
das ist mir alles viel zu primitiv geworden,
eine Saufveranstaltung, die gerne mal ausartet.
Und die Gynäkologen und Urologen haben
eine Woche später die Wartezimmer voll. Pfui!
Also nee, echt nicht, nicht in diesem Jahr,
und bestimmt auch nicht im nächsten.

Aber auch hier nervt der Karneval schon,
NDR 2 berichtet schon den ganzen Vormittag über nichts anderes,
lokale Diskotheken locken mit Faschingspartys,
und auch hier in dieser kleinen Stadt am Meer
habe ich Samstag kostümierte Jugendliche gesehen.
Und natürlich sieht man auch wieder etliche Terroristen Touristen
hier an der Küste, die dem wild primitiven Treiben entkommen wollen,
und hier die nötige Ruhe finden.
Am Aschermittwoch kann man dann immer eine recht amüsante Rückreisewelle
in Richtung Süden sehen, aber mal ganz ehrlich, ich kann die Leute verstehen,
das ist wie mit Weihnachten, der ursprüngliche Gedanke längst in Vergessenheit geraten.

Jedenfalls herrscht hier heute angenehme Ruhe,
kein Umzüge mit bombardierenden Billigsüßigkeiten,
so mag ich es, und so wird es hoffentlich auch noch ganz lange bleiben.

Nun denn, das waren dann meine ersten Gedanken an diesem (Rosen-)Montag.

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Hilgenriedersiel

16. August 2009

Hier noch einige Eindrücke vom gestrigen Ausflug.

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Wenn man Ruhe sucht, ist man hier richtig!

Verkehrte Welt?

19. Juli 2009

Heute Morgen war es schlimm.

Und jetzt sitze ich hier,
trinke heissen Kaffee,
bin in Sicherheit,
und ich fühle mich auch so.
Je näher die Nacht rückt,
umso erträglicher wird mein Schmerz,
als würde einem die Müdigkeit
eine zweite Chance geben,
und das nicht für’s Leben,
sondern nur für diesen einen Tag,
für heute.

Ich erinnere mich an diese Momente,
kenne sie noch,
und ich werde einen Teufel tun,
diese nicht auch zu schätzen,
es ist wie ein wenig Frieden,
wie ein kleiner Regenbogen nach dem Sturm.
Die Gedanken schweifen ab,
und das ist gut,
Schlimmes und Quälendes
treten in den persönlichen Hintergrund,
werden dünner, wie ein Faden,
der langsam zu Ende geht,
so, wie der Tag.

Mein Körper wird schwer,
aber es fühlt sich gut an,
die Last fällt ein wenig
von meinem geschundenen Herzen ab,
verteilt sich nun gleichmässig,
meine Augen werden kleiner,
ich sehe undeutlich,
nicht mehr so scharf und unbarmherzig
wie noch vor wenigen Stunden.

Ja, ich mag den Abend,
und die Vorboten der Nacht,
es ist nicht leicht,
aber besser.

Ich mag noch nicht an morgen denken, den grellen Tag.