Retrospektive 4/2009

31. Dezember 2009

Und dann wurde es irgendwann still, eine bedrückende Lautlosigkeit,
ich versuchte zu hören, was mein Verstand mir sagen wollte,
doch mein Herz ließ keine weiteren Gefühle zu.
Der Ablauf meines Tages war nun so monoton geworden,
dass mir selbst die einfachsten Dinge schwer fielen,
wie eine unendliche Last, die auf meinen Schultern ruhte.
Der Punkt ohne Wiederkehr war nun endgültig erreicht,
auch meine letzten Kontakte in die Welt da draussen waren verkümmert,
nicht mehr existent, bedeutungslos im Nichts verschwunden.
Es gab kaum ein Licht mehr, dass meine Umgebung erhellte,
das letzte heitere Tanzen meiner Kerzen im Keim erstickt,
und mein trostloses Leben war dabei, mich zu überholen.
Leise versuchte ich noch, mich zu erinnern,
auf die Dinge zu blicken, die einst schön waren,
die mich mit Mut, Zuversicht und Freude erfüllten.
Aber so sehr ich mich auch anstrengte, es sollte mir einfach nicht gelingen,
Geist und Körper bildeten schon lange keine Einheit mehr.
Auch meine Wünsche waren verflogen,
mein Glaube an das Gute in dieser Welt verschwunden,
und ein Ausweg aus diesem Tal in weite Ferne gerückt.

Ich versuchte, mich umzudrehen, einen Blick auf das zu werfen,
was mich umgab, und was ich dort sah, ließ mich erschrecken,
das Chaos in meinem Kopf hatte meine ganz persönliche Umgebung
auch ins Chaos gestürzt, so war ich nie, und so hatte ich nie werden wollen.
Und dann, binnen weniger Tage, überschlugen sich die Ereignisse,
keinen Kontakt mehr, im Rausch des Giftes betäubt,
ein Unfall, tiefe Schmerzen, und die Erkenntnis,
dass es sich dem Ende nähert.

Gab es noch einen Ausweg?

Glaubte ich noch an mein Leben?

Fortsetzung folgt

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Laut Albert E. ja nicht.

Ein sehr guter Freund von mir glaubt daran,
das es kein Schicksal gibt,
das unser Leben vorherbestimmt ist,
unplanbar, es passiert einfach,
so, als stünde es in einem großen Buch geschrieben,
für jeden Menschen der eigene Roman,
mal tragisch, mal lustig, oder romantisch,
oder halt von alle dem ein wenig.
Wenn ich mein eigenes Buch betrachte,
dann überwiegen die schönen Zeiten,
in denen ich glücklich und zufrieden war,
es waren gute Zeiten, die ich gelebt habe.

Und nun beginne ich damit,
aus den schlechten Erfahrungen meine Lehren zu ziehen,
zu akzeptieren, was man nicht mehr ändern kann,
was passiert ist, was man gesagt und gemacht hat,
als es mir nicht sonderlich gut ging.
Ich habe festgestellt,
dass man langsamer wird,
wenn man sich verkriecht,
und sich seinen Sorgen und Ängsten hingibt,
man verliert den Fokus für Dinge,
die eigentlich wichtig sind,
die einem am Leben halten.

Es gibt diese Rückschläge,
diese tiefen Enttäuschungen,
aber wenn man es nicht zulässt,
für sein eigenes Wohl zu kämpfen,
kann man nicht stark werden,
nicht wachsen an dem,
was einen stärker machen kann.
Wenn man seinen Kopf im Sand stecken lässt,
ist es mehr als natürlich,
dass man beginnt, sich im Kreis zu drehen,
sich seinen dunklen Gedanken hinzugeben.

Noch bin ich hier am Anfang,
und versuche Tag für Tag ein wenig mehr,
aus der Vergangenheit zu lernen,
besonders aus dem Fehler,
nicht nach vorne zu schauen,
und keine Freude zu zulassen.
Falls es Euch da ähnlich ergeht,
oder schon mal ergangen ist,
dann wisst Ihr ja, worüber ich hier schreibe.
Und wenn auch Ihr gerade in einer Krise steckt,
dann kann ich Euch nur raten,
sich nicht zu vergraben.
Ich habe diesen Fehler gemacht,
und musste die Konsequenzen tragen,
sonst wäre ich nicht dort,
wo ich gerade bin.
Auch wenn man ganz unten ankommt,
es geht immer wieder bergauf,
so steht es geschrieben,
in jedem einzelnen Buch der Menschheit.

Schicksal? Nein. Bestimmung? Ja.

Nur ein Anruf

21. Juli 2009

Warum habe ich Idiot das gemacht?

Ich habe angerufen, bei Ihr,
wollte nur eben ihre Stimme hören,
fragen, wie es ihr geht.
Und obwohl sie meine Nummer gesehen hat,
ist sie ans Telefon gegangen,
das Gespräch war sehr kurz,
nur eine kalte Stimme,
die mir nicht ein mal mehr sagen wollte,
wie es ihr geht, was sie so macht.

„Ich beende jetzt dieses Gespräch.“

Und jetzt wünsche ich mir,
dass ich niemals bei ihr angerufen hätte,
ich verstehe auch nicht mehr,
warum ich das überhaupt noch mache.
Es tut mir doch nur weh,
wenn ich versuche,
wenigstens kläglich wieder
den Kontakt herzustellen,
wenn ich versuche,
auch nur den Hauch einer Chance zu bekommen.

Manchmal wünsche ich mir,
dass sie ihre Nummern ändern würde,
so dass ich überhaupt nicht mehr die Möglichkeit hätte,
sie anzurufen oder ihr eine SMS zu schreiben.
Aber das kann ich wohl vergessen,
warum sollte sie auch,
schliesslich wäre ich derjenige,
welcher endlich damit aufhören sollte,
an sie zu denken.

Warum tut es nur so verdammt weh?

Montag oder Dienstag ist es dann so weit.

Ich werde wieder zurück in meine Stadt fahren
und versuchen, mein Leben dort wieder in den Griff zu bekommen.
Habe mich jetzt nämlich lange genug versteckt,
bin weggelaufen, habe alles einfach nur verdrängt.
Dieses erste halbe Jahr 2009 möchte ich am liebsten vergessen,
geht aber nicht, also werde ich mich wohl oder übel
damit auseinandersetzen müssen,
und es gibt ja auch keine andere Lösung,
Verarbeitung und Konfrontation sind der einzig logische Schritt,
um bald wieder ein halbwegs normales Leben führen zu können.

Und dabei haben mir die Eindrücke der vergangenen Wochen geholfen,
Aachen, Luxembourg, Hamburg,
alles Stationen auf einer Reise,
oder besser, einer Flucht vor dem Alltag und seinen Problemen.
Aber auf dieser Reise habe ich schöne Erfahrungen gesammelt,
interessante Menschen getroffen,
und meinen Kopf ein wenig befreien können.
Und das ist auch gut so.

Trotzdem bleibt dieses mulmige Gefühl,
wenn ich an „zu Hause“ denke,
es wird nichts mehr so sein,
wie es einmal war,
wie ich es liebte und geliebt wurde.
Ich bin gespannt.

Harter Schnitt, Neuanfang!

Ein guter Mittwoch (?)

10. Juni 2009

Hoffentlich wird es auch ein guter Mittwoch!

Gestern war ja das totale Chaos in meinem Kopf,
als würde man auf einer Achterbahn sein,
und mit jeder Abfahrt wird es steiler, unerträglicher,
ohne das ein Ende absehbar ist.
Es fühlte sich ungefähr so an,
als würde man alle 2 Minuten erfahren,
dass einem jemand 20000 Euro von seinem Konto geklaut hat,
und man dieses Geld nie wieder sehen wird.

Es ist diese schmerzhafte Gewissheit,
dieses Endgültige, wenn man einen Menschen,
den man über alles geliebt hat,
mit dem man den Rest seines Lebens verbringen wollte,
sowohl durch eigene Dummheit,
als auch durch die Krankheit des Menschen,
den man geliebt hat, verliert.

Und ich spreche hier keineswegs von Tod,
nein, mit Nichten.

Aber Chaos im Kopf, eigenes Erleben,
was nicht immer positiv war,
haben diesen endgültigen Ausschlag gegeben,
der mir eine unendlich tiefe Leere in mein Herz gebrannt hat.

An manchen Tagen ist es leicht, an anderen unterträglich.

Bisher ist es ein guter Tag. Abwarten.