Der Mondscheinfalter

Strahlend sehen Punkte in die Nacht,
zwei schwarze Seen, in denen man Frieden sieht.
Er weiß sie zu nutzen, seine große Macht,
doch das grausame Wissen, auch er wird besiegt.

Träumerisch und lautlos ändert er die Nacht,
frei von Belastung und Pein.
Der Behüter der Phantasie, die in jedem von uns wacht,
unser Schlaf begründet das Sein.

Langsam wird die Nacht zum Tage,
die Flügel zu schließen schon bereit.
Doch auch für ihn kein Wachen ohne Sorgen,
er weiß, wenn Tag kommt, fällt sein Kleid.

Die Sonne bricht das süße Schweigen,
seine Illusion fällt zu glitzerndem Staub.
Am Ende schon ist nun der bunte Reigen,
Es beginnt der Träume schleichender Raub.

Bald wird der Feuerball für immer prahlen,
es ist vorbei mit Ruhm und Macht.
Nur verzückte Kinderherzen strahlen,
der Mondscheinfalter, der hat an mich gedacht.

Jugendtraum

So schwarz, oh Herz der Dunkelheit,
zerschmettert durch Splitter aus Eis.
Erstarrt und gefroren zur Einsamkeit,
nie wird es sein wie es war, einmal weiß.

So träumend von der alten Zeit,
gebettet in gellenden Schmerz.
Schutzlos und kalt, im Weg der Unendlichkeit,
oh wie mußtest Du leiden, mein Herz.

So nah, das Tor ins Licht,
frei von Pein und Qual.
Friedvoll und warm, geheilt von der Gicht,
Erlösung ist nah, an mir ist die Wahl.

So leicht, junger Vogel aus Gold,
auf Schwingen so weich wie der Wind.
sorglos und reich, von Jugend so hold,
oh wie wünsch ich mich zurück, ein Kind.

Der Mensch des Lebens

Weit geöffnet sind die sanften Arme,
Kummer und Sorgen vergehen in Glückseeligkeit.
Zerrissen bald sind die gespannten Garne,
ein wundervoller Mensch in einer kalten Zeit.

Sein Lachen sprengt die festen Ketten,
Verzweiflung fegt er weg wie Staub.
Mich dünkt, er ist gesandt um mich zu retten,
zu schützen vor der Menschheit Raub.

Ach könnt ich Dich nur immer lieben,
mein Engel, geschickt von Gottes Hand.
Was wäre mir nur ohne Dich geblieben,
Du bist das Glück, und ich bin mitten reingerannt.

Manchmal stellt sich mir die Frage,
womit hab ich all das bloß verdient.
von mir wird niemand niemals hören Klage,
nur wegen Dir hab ich mein Leben bisher abgedient.

Was wäre, wenn es müßte gehen ohne Dich,
mein Sein, es wäre ohne Sinn und Ziel.
Du bist der Himmel, die Erfüllung nur für mich,
in unsrem großen, ewig währenden Spiel.

Hinein ins Licht

Tritt zu Tage, mutigen Schritts.
Zeige Dich im Antlitz der Sonne.
Spreche heraus, was Du denkst.
Strebe heraus aus der Masse.
Hebe Dich ab von stetigem Sein.
Zerborsten die Hülle, stelle Dich nackt.
Schreie Dein Herz in den Wind.
Tue das, welches Du nie hast gewagt.
Tritt zu Tage, hinein ins Licht.

Kälte

Das Paradies, es liegt in Trümmern,
die Versuchung war zu groß.
Keinen muß mehr etwas kümmern,
alles Leben sagt sich los.

Jeder spricht vom Frieden,
nur manche wollen mehr.
Am Ende doch wird niemand siegen,
die Welt, sie wirkt so öd und leer.

Aufgegeben, Lösungen zu suchen,
der letzte Schrei ist schon verhallt.
Für keinen mehr ein Stück vom Kuchen,
Leere, alles ist so sterbend kalt.

Winter

Frost erstarrt die sanften Herzen.
Blütenregen ganz aus Weiß,
wie ein Leichentuch auf welkem Grün.
Ausgelöscht die stummen Kerzen,
keine Hoffnung, niemand kühn.
Alles wirkt so still und leise,
keiner mehr die Kraft zu schrein.
Der Winter, seine ganze kühle Weise,
Schneefall, alles deckend, sterbend fein.

Herbstland

Nebel liegt auf sanftem Grund,
verschlungen die Farben des Seins.
Leben geht ein in den tiefen Schlund,
Erinnerung wird wach, an jeden und doch keins.

Graue Schleier umhüllen die Normen,
Wärme vergeht in Perlen aus Weiß.
Ganzheit zerfällt in weichere Formen,
das Land, so flach und gar so weiß.

Nahe am Boden schwingen die Laken,
gebrochen die Formen des Lichts.
Nur noch Gerippe, die aus dem Boden staken,
Gedanken verliern sich im ewigen Nichts.

Traumland

Bunte Sterne regnen ab vom hohen Zelt,
ein Lichtertraum, verzweifelnd schön und voller Ehr.
In tiefsten Schlaf ist eingetaucht die Welt,
zu kämpfen nun bereit, das Phantasiefigurenheer.

Goldne Ritter steigen rasch herab,
gekommen, um den großen Feind zu schlagen.
Die Helfer, riesig Rösser, die sind nie fernab,
gemacht durch uns und durch die alten Sagen.

Die Dunkelheit ist Tummelplatz der Mächte,
ein Kampf, das Licht oder die Bösen.
Für uns ist jede Nacht die Nacht der Nächte,
denn nur die Phantasie kann solch Konflikte lösen.

Leben

Ein Mensch beginnt zu leben,
doch das kleine Wesen weint.
Es ist die Angst vor dem,
was kommt.

Das Erste ist Gefühl,
und auch das Letzte.
Er begreift noch nicht,
und das ist gut.

Die Eindrücke wirken,
Glück und Schmerz.
Jungend ist grausam,
man ist verletzlich.

Die ersten Jahre formen,
der Weg wird bestimmt.
Die Straße teilt sich,
das Gute oder Schlechte.

Das Gute

Das schönste auf Erden,
das neue Leben ist gewollt.
Eine Hand berührt die Seine,
warm und voller Hoffnung.

Das Lachen hallt durch Jahre,
Leben hat Sinn und Ziel.
Die Geborgenheit ist da,
er muß nicht danach fragen.

Die Zeit ist wie Sommer,
es duftet nach Liebe.
Der Strom fließt ruhig,
sein Boot findet das Ziel.

Die Erfüllung ist geschehn,
man spürt es bis zuletzt.
Seine Augen strahlen,
auch wenn die Sonne untergeht.

Tränenperlen

Tränenperlen, kalt und klar,
geflossen über unendliche Zeit.
Doch irgendwann, da ist keine mehr wahr,
der Verstand ist zum Absprung bereit.

Die Trauer, sie war lange groß,
Menschen gefleht und geklagt.
Heute sagt sich alles los,
Protest wird nicht mehr gewagt.

Hinnahme wird groß geschrieben,
Frustration treibt durch die Zeit.
Was ist vom alten Kämpferherz geblieben,
zu ändern keiner mehr bereit.

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2 Responses to “Meine Gedichte (11)”

  1. Andreas Says:

    Sehr schön und sehr tief, du machst dir Gedanken, willkommen im Club der Hoffnungsvollen jedoch chancenlosen, da dann wenn wir das Spielchen mitspielen wollen doch wieder nur alles das auf uns zukommt was wir eigentlich verachten und bekämpfen.

    Viele Grüße nach Aurich, Andreas


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