Es fühlt sich an wie früher

19. Februar 2015

Ich bin wieder da. Seit gestern.

Die letzten 3 Monate war ich nur zwei Mal kurz zu Hause,
und ich habe in dieser Zeit viele wertvolle Dinge gelernt.

Leider ist Vertrauen mehr als zerbrechlich.
Was Freundschaft bedeutet zum Beispiel.

Es gab in dieser Zeit, und auch vorher, ganz tolle Menschen,
die immer ein offenes Ohr für mich hatten,
wenn ich meine Eindrücke weit weg von zu Hause teilen mochte.
Und ich bin bestimmt kein Ignorant, und daher war es mir mehr als recht,
ebenfalls erreichbar zu sein, wenn es Veränderungen oder Probleme gab,
über die mein kleiner, aber unendlich wertvoller Freundeskreis, reden musste.
Genau in diesem Kreis gibt es einen Menschen,
der mir seit einem Jahr oft mehr bedeutet hat als ich.

Egal, wem es in dieser Zeit von uns beiden gut oder dreckig ging,
der jeweils andere hatte immer ein offenes Ohr und mehr.
Ich bin kein Mensch, der von Heute auf Morgen Vertrauen fassen kann,
auch mit ihm war es eine Art Prozess,
bis ich ihm alle Geheimnisse meiner Vergangenheit anvertraut habe.
Auch ich wollte ihn im Chaos seiner Gefühle nicht „stören“,
und habe daher geduldig abgewartet,
als er mit Tränen in den Augen neben mir saß.
Doch konnte ich so ein bis zwei Ratschläge geben,
nachdem ich ihn habe weinen lassen.

Es mag abgedroschen klingen, aber ich glaubte,
wir seien ein dynamisches Duo,
deren Freundschaft keine Widrigkeit des Lebens trennen könnte.

Nur jetzt habe ich Schmerzen, sowohl seelische,
als auch körperliche, es ist diese Verkrampfung,
die mehr als deutlich spürbar wird.
Wenn es bei „guten Freunden“ um eine Frau geht,
dann hat leider bei ihm das Rationale ausgesetzt.
Und auch bei mir, da Vorwürfe und Beleidigungen
absolut nichts mit Freundschaft zu tun haben.
Wir haben in der Vergangenheit beide viel Dreck fressen müssen,
und auch das hat unsere Freundschaft geeint.

Vermutlich werde ich nicht mehr mit ihm reden,
da er dachte, und vielleicht, oder bestimmt sogar,
ich sei der Feind, der seine neue Beziehung zerstören könnte.
Manchmal ist es wohl schlauer, tolle Menschen in diesem Glauben zu lassen.

Ja, es tut weh, und es fühlt sich an wie früher,
was jedoch nichts daran ändert,
dass ich ihm alles Glück dieser Welt wünsche.

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