Dieser eine Augenblick
31. August 2009
Es fiel ihm nicht leicht, seine Augen offen zu halten,
sein Körper war müde, so schwer vom Leben.
Die Gedanken schrien ihn an,
ein klein wenig Verstand schien noch übrig zu sein,
es ist dieser letzte Strohhalm,
an den man sich klammert,
den man nicht loslassen kann.
Immer wieder versuchte er, zu verstehen,
was da mit ihm geschah,
warum er sich nicht mehr wehren konnte.
Und trotz der tiefen Müdigkeit
tobten die Krieger in seinem Kopf
noch immer diese unerbittliche Schlacht,
so, als ob es kein Morgen mehr geben würde,
nur noch dieser eine, dieser letzte Kampf.
Was war denn nur geschehen?
Warum musste all das passieren?
Die Kleider aus tiefer Traurigkeit drohten,
zu einer unüberwindbaren Last zu werden,
die er nicht mehr ablegen konnte.
Es fühlte sich an wie ein Gefängnis,
aus dem er nicht ausbrechen konnte,
viel zu sicher waren die Erinnerungen an das,
was einst schön war.
Nun war es fast schon wieder Herbst,
die ersten Stürme kündeten von der kalten Zeit,
und auch sein Herz begann, langsamer zu schlagen.
Nur noch wenig Kraft, er schaute aus dem Fenster,
alles schien grau, so unwirklich.
Gab es da überhaupt noch einen Platz für ihn?
Es war diese Ungewissheit, die ihn zu verschlingen,
ja gar zu zerstören drohte.
Und dabei wollte er weinen,
seinen Gefühlen freien Lauf lassen,
doch da war sie wieder, diese Angst,
Schwäche zu zeigen.
Er wollte niemanden mehr stören,
mit seinen Problemen konfrontieren,
einfach nur hier und jetzt alleine sein,
mit all seinen Ängsten.
Und er wusste, dass es falsch war,
aber nichts hätte ihn vom Gegenteil überzeugen können,
nicht jetzt, nicht hier, nicht heute.
Rückblick
17. August 2009
Eigentlich wollte ich mich nicht mehr umdrehen.
Aber genau heute Abend fühle ich mich frei,
meine Erinnerung spielt mir nur noch selten Streiche,
und deswegen lasse ich es genau jetzt einfach zu.
Ein Blick in die Vergangenheit,
4 Jahre meines noch so jungen Lebens hier unten.
Und dabei glaube ich eigentlich nicht an ein „Oben“.
Ich lausche den Klängen aus meinen Lautsprechern,
entspannte Musik läuft jetzt,
ein wenig jazzlastig, gepaart mit orientalischen Einflüssen.
Ich mag diese Streams, sie sind meine Begleiter in der Nacht,
wenn ich hier sitze, und meine Gedanken zu Papier bringe.
Ja, es waren schöne Jahre, die ich mit ihr erleben durfte,
es gab Höhen und Tiefen,
und ich hätte mir ein „für immer“ gewünscht,
doch ich habe inzwischen eingesehen und verstanden,
dass es leider nie möglich war,
dieses „für immer“ zu verwirklichen.
Und es bleibt der bittere Beigeschmack,
nie eine wirkliche Begründung bekommen zu haben,
ein einfaches „Nein!“ reicht mir nicht.
Aber dabei wird es wohl bleiben,
es ist einfach zu viel Zeit vergangen,
alles zerbrochen über die Jahre.
Ich hatte eine gute Zeit,
in der ich gerne für Euch da war,
es scheint unendlich weit weg,
und dann doch in machen Momenten sehr nahe,
wenn ich Euch sehe, nur aus der Ferne,
und zufällig, unsere Stadt ist halt klein,
und es ist schon lange nicht mehr „unsere“ Stadt,
nur noch die deine und die meine.
Ich werde meinen Weg gehen,
auf Hürden bin ich vorbereitet,
wir werden uns begegnen,
früher oder später,
es mag hart werden,
aber die Zeit wird es mit sich bringen.
Ja, ich erinnere mich gerne an das, was einmal war!
Gedankensturm meiner Träume
16. August 2009
Es war dunkel draußen, und es war warm.
Durch die offenen Fenster drang eine seltsame Stille,
so, als wäre es die Ruhe vor dem nahenden Sturm,
der am Horizont schon zu sehen war.
Ich sah den Fernseher nur noch verschwommen,
die Bilder des amerikanischen Newschannels
waren eh immer die gleichen,
Berichte vom Krieg, oder das Elend der dritten Welt.
Das Programm war mir vollkommen egal,
Hauptsache überhaupt irgendeine Unterhaltung.
Meine Gedanken waren eh nicht bei der Sache,
so gerne ich mich auch konzentriert hätte,
es ging einfach nicht,
als ob eine Mauer in meinem Kopf
jeden freien Gedanken verhindern würde.
Und auch wieder der Griff neben mein Sofa,
so, wie es nicht anders kannte,
Seelentröster und Schlafmittel in einer Flasche,
nur noch ein wenig, dann war ich bereit,
die Nacht zu beenden, mein Bett zu suchen.
Müde und traurig streifte ich meine Kleider ab,
um in die sichere Höhle zu kriechen,
die mir eine hoffentlich traumlose Erleichterung bringen sollte.
Doch mein Kopf wollte nicht zur Ruhe kommen,
lange lag ich wach, und es tat weh,
alles war schon so weit weg, und dann doch wieder so nah,
als wäre es erst gestern gewesen.
Ich schlief ein, doch da waren sie wieder,
meine Träume in der ruhelosen Nacht.
Von ihr, von Dir, so real,
dass es mir Nacht für Nacht den Atem raubte.
Ich sehe Dich, spüre Deine Haut an meiner,
es ist so vertraut, so wirklich, so schmerzhaft.
Und wenn ich erwache, wirkt es nach,
mit einer so überzeugenden Stärke,
dass ich mich kaum zu wehren vermag.
Einst war die Nacht mein Freund,
mein Beschützer in schlimmen,
in einsamen Stunden.
Doch inzwischen ist alles anders geworden,
meine Träume hinterlassen Spuren für den Tag,
für jeden neuen Morgen.
Ob es sich ändern wird,
ich habe noch keinen wirklichen Plan.
In dieser Welt sterben Kinder,
Weltmächte beginnen, sich aufzulösen,
Regierungen brechen.
Und meine Gedanken versinken auch im Chaos
meiner Gefühle, es schmerzt,
auch nach dieser langen Zeit,
und es ist halt so, wie es ist.
Ob es meinen Leuten nun passt oder nicht,
es dauert halt, vielleicht lange,
vielleicht auch nur noch ein wenig.
Abwarten und hoffen!
Seelenschrei
8. August 2009
Ihre Augen wirkten leer, glasig.
Da war sie wieder, diese erschreckend laute Stille,
ein mächtiger Sog, der sie zu verschlingen drohte.
Der Mann neben ihr war ein Fremder,
den sie nur noch verschwommen erkannte,
und mit jedem Wort, das gesagt wurde,
schien es eindeutiger, klarer.
„Ja, genau jetzt werde ich begehrt!“
Sie begann langsam, wieder etwas zu spüren,
und das Gift machte es leichter,
alle Unsicherheit des Alltags war verflogen,
und alles schien egal,
und doch so unendlich wichtig,
sie spürte ihren Körper,
und ja, sie wollte benutzt werden, wie eine billige Hure,
die im Suff alle Prinzipien über Bord wirft, man gibt alles preis,
nicht nur seinen Körper, nein, auch seine Seele.
Und obwohl es ein unendlich lauter Schrei nach Hilfe ist,
hört keiner wirklich zu,
schließlich ist die Gelegenheit viel zu verlockend,
jemanden, der hilflos ist, zu nutzen,
für seine Zwecke, so dreckig es auch sein mag.
Es ist eine Flucht im Rausch der Sinne betäubt,
als ob es kein Morgen mehr gibt,
man lebt nur diesen einen kleinen Moment,
gibt sich hin, lässt sich fallen.
Und mit jedem Mal werde die Stürze
am Tag danach heftiger, unausweichlicher.
Irgendwann reicht nichts mehr,
man erreicht den traurigen Höhepunkt
seines persönlichen Absturzes,
geht verschämt und mit gesenktem Haupt durch die Welt.
Die Unsicherheit im „normalen“ Leben droht,
einen jede Sekunde des Tages zu übermannen,
nur in der Nacht, wenn alle Katzen grau sind,
wird sie zu einer schillernden Gestalt,
die sich beinahe schon prostituiert,
nur, um überhaupt noch etwas zu spüren.
„Wenn Du jetzt gehst, braucht Du nicht mehr wieder zu kommen!“
Nur ein Anruf
21. Juli 2009
Warum habe ich Idiot das gemacht?
Ich habe angerufen, bei Ihr,
wollte nur eben ihre Stimme hören,
fragen, wie es ihr geht.
Und obwohl sie meine Nummer gesehen hat,
ist sie ans Telefon gegangen,
das Gespräch war sehr kurz,
nur eine kalte Stimme,
die mir nicht ein mal mehr sagen wollte,
wie es ihr geht, was sie so macht.
„Ich beende jetzt dieses Gespräch.“
Und jetzt wünsche ich mir,
dass ich niemals bei ihr angerufen hätte,
ich verstehe auch nicht mehr,
warum ich das überhaupt noch mache.
Es tut mir doch nur weh,
wenn ich versuche,
wenigstens kläglich wieder
den Kontakt herzustellen,
wenn ich versuche,
auch nur den Hauch einer Chance zu bekommen.
Manchmal wünsche ich mir,
dass sie ihre Nummern ändern würde,
so dass ich überhaupt nicht mehr die Möglichkeit hätte,
sie anzurufen oder ihr eine SMS zu schreiben.
Aber das kann ich wohl vergessen,
warum sollte sie auch,
schliesslich wäre ich derjenige,
welcher endlich damit aufhören sollte,
an sie zu denken.
Warum tut es nur so verdammt weh?
Verlorene Welt
19. Juli 2009
Ich finde keine Ruhe.
Es ist so, als hätte ich all meine Kraft verloren,
keinen Mut mehr, ohne Zuversicht.
Egal, was ich Moment mache,
oder was ich in den letzten Wochen gemacht habe,
es geht einfach nicht weg, es ist da,
so präsent mit einer Macht,
die erschlagender nicht sein könnte.
Ich wünsche mir im Moment nur,
mein Herz für ein paar Stunden am Tag abstellen zu können,
damit ich nicht mehr fühlen, nicht mehr denken muss.
Aber es gibt wohl doch Hoffnung,
da ich nun den endgültigen Tiefpunkt erreicht habe,
schlimmer kann es ja eigentlich nicht mehr werden,
und wenn doch noch eine Steigerung möglich ist,
dann möchte ich erst gar nicht wissen,
was als nächstes passiert oder schief läuft.
Es ist so, als hätte man verlernt zu lachen,
sich über etwas zu freuen,
an schöne Dinge zu denken.
Und das ich mein ganzes Leid von einer Sache abhängig mache,
lässt es so unfassbar schmerzlich wirken,
dass es mir den nötigen Atem raubt,
jede verfluchte Sekunde aufs Neue,
immer heftiger und gewaltiger,
mit jedem neuen Augenblick,
in dem ich Versuche,
nicht aufzugeben.
Ich scheine vergessen zu haben,
was es bedeutet, zu kämpfen,
den Kopf aus dem Sand zu ziehen,
um an einen neuen Morgen zu glauben.
Ich spüre, dass ich noch lebe,
aber fühlt sich so leise an,
so weit weg,
dass ich das, was ich einst mein Leben nannte,
mit Händen nicht mehr fassen kann.
Wenn man alle schlechten Gefühlszustände
zusammenfassen würde,
so erlebe ich alle, ständig, immer,
in jeder Millisekunde stärker,
wie heisse Nadeln,
die man mir in den Körper steckt.
Es brennt einfach nur,
es soll mich nicht verletzten,
aber ich habe keine andere Chance.
Wenn ich an ein Morgen denke,
dann sehe ich nur verschwommen,
wie es werden könnte.
Perspektiven sind es jedenfalls nicht,
der Tunnel meines persönlichen Chaos
scheint schier endlos zu sein.
Es ist zu viel geschehen,
viel zu viel,
sonderliche Illusionen mache ich mir nicht mehr,
dass es bald wieder besser sein wird,
oder zumindest erträglicher.
Ich gebe mich diesen Momenten hin,
schutzlos im Moment,
es geht nicht anders,
und mein sehnlichster Wunsch ist der,
Linderung zu finden,
vielleicht sogar ein Lächeln.
Noch schlägt meine Uhr, aber nur noch sehr langsam.
Langsame Welt
17. Juli 2009
Ich fühle mich leer.
Die Menschen, die ich heute gesehen habe,
wirkten verschwommen, seltsam fremd.
Ich kann mich an kein Gesicht mehr erinnern.
Auch die Wege, die ich zurück gelegt habe,
sind bereits vergessen.
Die Sonnenstrahlen haben meine Haut gewärmt,
aber ich habe gefroren,
mir ist einfach nur noch kalt.
Ich weiß nicht, ob ich noch Kraft für neue Tränen habe,
ob ich jemals wieder stark sein werde,
mit der nötigen Kraft,
mein Leben in den Griff zu bekommen.
Immerhin, gestern war ein Anfang,
ich habe mich entschuldigt,
es war seit langer Zeit mal wieder etwas Ehrlichkeit.
In meiner Wut und Enttäuschung habe ich Dinge gesagt und gemacht,
die man eigentlich nicht mehr in Worte fassen kann,
ich habe verletzt, gelogen und betrogen.
Und damit habe ich einigen Menschen sehr weh getan,
es war falsch, ich weiß das.
Und nun sitze ich hier,
und die Last meiner Schuld droht mich zu erdrücken,
mein Atem ist flach und leise,
mein Körper schmerzt und ist schwer.
Ich nehme die Worte wahr, die ich hier schreibe,
aber ich verstehe mich nicht mehr,
wenn ich in den Spiegel schaue,
dann sehe ich nur noch
eine hämisch grinsende Fratze,
die mir sagt:
„Du hast alles versaut!“
Die letzten Strahlen
11. Juli 2009
Sie fallen durch mein Fenster.
Der Tag mit letzter Kraft,
sein Licht, die Boten der Wärme.
Sie treffen auf meine Haut,
es fühlt sich seltsam an,
fremd, es tut gut,
doch es hilft nicht.
Es sind die Gedanken,
daran, wo Du bist,
oder auch gerade nicht bist,
mein Herz.
Ich beginne, die Helligkeit zu hassen,
sie wird zu meinem größten Feind,
spielt mir etwas vor, nennt sich Leben.
Was denn nun noch alles,
reicht es nicht langsam?
Der Gesang der Vögel klingt fremd,
das Geschrei vor der nahenden Katze vertraut.
Es ist diese Angst,
das Gefühl, was unbeschreiblicher nicht sein könnte.
Ich drohe, zu gehen,
ohne Morgen, ohne den Tag.
Ohne mich!
Tage wie dieser
10. Juli 2009
Es ist kalt, es regnet und es ist windig!
Das Wetter scheint mich gut zu kennen,
es ist so, als würde es sich perfekt meiner Stimmung anpassen,
die ist nämlich mal wieder ganz schön weit unten.
So langsam habe ich das Gefühl,
zu verlernen, was Zufriedenheit ist,
von Glück möchte ich dabei erst gar nicht sprechen.
Mit jedem weiteren Tag wird es wieder seltsamer,
als würde eine Heerschar
von übermächtigen Kriegern in meinem Kopf
mit meinem Herzen kämpfen,
ständig, jede Sekunde eine neue Schlacht,
die kläglich verloren geht.
Und diese Gewissheit,
dass ich den Kampf nicht aufgeben darf,
entzieht mir fast meine gesamte Energie,
es ist lähmend, tut weh.
Und ich möchte meinen Kopf nicht in den Sand stecken,
nicht einfach aufgeben, es weiter so geschehen lassen,
doch genau an diesem Punkt sprechen wir
über die Crux an der ganzen Sache,
wenn es einfach wäre, leicht,
dann würde ich das nicht schreiben.
Die schöne Seite der Waagschale wird immer kleiner,
schwerer zu erkennen, was einst warm und vertraut war,
was mir ein Lächeln auf meine Lippen zauberte.
„Jeder Tag, an dem Du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag.“
(Charles Chaplin)
Die andere Seite, die Seite, die mich quält,
ist inzwischen wieder so schwer,
dass mich ihre Last droht, zu erdrücken,
die letzten kleinen Keime der Hoffnung zu vernichten.
Auch die leisen Gedanken an ein Morgen,
an einen neuen Tag, werden stiller, undeutlicher.
Und ich weiß doch, dass es weiter geht,
so, wie es bisher ja auch funktioniert hat,
über all die schlimmen Monate hinweg.
Also der neue Morgen kommt bestimmt,
so viel ist mir sicher, und ich bin auch bereit,
dies zu akzeptieren, den neuen Tag zu „leben“.
Vielleicht helfen meine Wünsche, meine Träume,
aus dem, was einst Mut war, Kühnheit und Hoffnung,
etwas zu formen, dass es leichter machen wird.
„Ja, ich bin ein Träumer,
denn nur Träumer finden ihren Weg durchs Mondlicht
und erleben die Morgendämmerung,
bevor die Welt erwacht.“
(Oscar Wilde)
Diese Träume
9. Juli 2009
Lange Zeit hatte ich meine Ruhe.
Und ausgerechnet in der letzten Nacht
war es dann mal wieder so weit,
ich habe schlecht geträumt,
und diese Träume haben immer den gleichen Inhalt,
ich sehe Dich, treffe Dich zufällig.
Letzte Nacht fand irgendwie alles in Hamburg statt,
auf einer Party in einer schicken Bar,
ich hatte dort etwas zu erledigen,
und plötzlich kommst Du rein,
trägst ein dunkles Abendkleid und schönen Schmuck,
hast dezentes Makeup aufgelegt.
Dein Weg führte Dich zur Bar,
und ich wollte nicht hinter Dir her,
aber ich konnte mich nicht wehren,
wollte mit Dir reden,
aber Du hast nicht geantwortet,
nur dieser leere Blick in meine Richtung……
Dann wurde ich wach,
es ist immer so verflucht real, so schmerzhaft.
Diese Träume kommen aus dem Nichts,
oder haben sie vielleicht doch einen Grund?
Mir wurde gesagt,
dass man traumatische Ereignisse im Schlaf
und in seinen Träumen verarbeitet,
das würde ich ja auch gerne glauben,
wenn es bloß nicht immer so weh tun würde.
Wie lange wird es denn noch dauern?