Mein Begleiter
29. August 2009
Es ist die Dunkelheit.
Und es sind die Stunden der Ruhe,
in denen sich meine kleine Welt etwas langsamer dreht.
Ich höre den Wind da draussen,
das Rauschen der Blätter an den herbstlichen Bäumen,
ob sich der Sommer noch einmal aufbäumen mag,
ich kann es nicht vorhersagen,
aber vielleicht gelingt es ihm ja.
Ob ich Angst vor dem Herbst haben werde?
Ja, habe ich, und ich wünschte mir jede verdammte Sekunde,
dass es anders wäre,
dass mein Kopf endlich frei wäre,
von den Gedanken, an früher an Dich, Maus!
Es ist so, als würde ich ständig vor eine Wand rennen,
immer schneller, heftiger, zerstörerischer,
es raubt mir noch immer beinahe den Atem.
Und dabei wünsche ich mir nichts sehnlicher,
ich möchte frei sein, wenn auch nur für ein kurzes Jetzt,
aber das schaffe ich noch nicht.
Ich weiß ja, dass Du alles hier gelesen hast,
und auch künftig lesen wirst,
und nach alle dem, was ich gemacht habe,
erwarte ich bei weitem keine Wunder mehr,
es ist nur noch dieser leise Keim,
den ich tief in meinem Herzen trage.
Hoffnung!
Meeresnacht
27. August 2009
Es war diese Ruhe, das Gefühl der Nacht,
beinahe unbeschreiblich, einfach nur still.
Am Horizont sah man noch einen letzten Streif vom Blau des Tages,
und die Leuchttürme kündeten von der langen Dunkelheit.
Und ich mittendrin,
im warmen Sand, umgeben von leeren Strandkörben.
Die Vögel auf See stimmten nun ihr Lied an,
es schien nahe zu sein, greifbar.
Ja, ich war alleine, und nicht nur in diesem einen Moment,
nein, immer, mit einer Gewissheit,
die mir die Luft zum Atmen raubte.
Ich lauschte, hörte in mich hinein,
doch es war eine unhaltbare Situation,
Wut und Schmerz kamen hoch.
Enttäuscht vom Leben senkte ich mein Haupt,
und ich hörte den Wellen zu,
ein versöhnlicher Klang,
das sanfte Rauschen der Brandung.
Der Sand rann durch meine Finger,
es fühlte sich warm an, so vertraut.
Genau wie damals,
als die Zeit noch gerecht war,
als ich mein Leben hier unten noch unter Kontrolle hatte.
Ich spürte mein Herz, nur noch leise,
aber es war da, und es machte mir keine Angst mehr.
Noch ein letzter Zug an meiner Zigarette,
einen letzten Schluck von dem betäubenden Gift,
ja, ich war bereit.
Das Metall fühlte sich kalt an,
und ein letztes Lächeln huschte über meine Lippen.
So war das alles nicht geplant,
nicht gewünscht oder erhofft.
Doch ich wollte es nicht mehr ändern,
mit ruhiger Hand führte ich die Erlösung an meine Schläfe.
Es knallte.
Der aufgewirbelte Sand flog zu Boden,
nein, ich konnte es nicht,
und ich merkte, dass ich mein Leben zurück wollte,
bunt, und nicht mehr grau.
Ich begann, zu zittern,
und mit all meinem Mut warf ich sie ins Meer,
so weit ich nur konnte.
Ich spürte Tränen auf meinen Wangen,
aber es war nicht mehr dunkel, nicht mehr traurig,
es war Glück, endlich kein Feigling mehr.
Ich setzte mich wieder, um die Nacht zu genießen.
Leise Gedanken
21. August 2009
Ab und an kommen sie noch.
Es sind die Gedanken an früher,
wie es mal war.
Manchmal wünsche ich mir,
die letzten 4 Jahre einfach zu vergessen,
geht ja aber nun mal nicht,
und inzwischen ist es leiser geworden.
Natürlich ist es noch immer nicht leicht,
oder sogar einfach, damit umzugehen,
aber es wird erträglicher.
Mit jedem neuen Gedanken
wird es positiver,
Traurigkeit, Wut und Schmerz,
sie waren lange meine Begleiter,
und in manch stiller Stunde tut es sogar noch etwas weh.
Aber auch nur kurz,
da ich verstanden habe,
was es bedeutet, in die Eigenliebe zu gehen.
Es mag für den ein oder anderen egoistisch klingen,
aber seit einiger Zeit bin nur noch ich wichtig.
All die schönen Dinge,
für die ich so lange keinen Blick mehr übrig hatte,
lasse ich jetzt wieder in mein Herz,
und alles, was mir nicht gut bekommt,
darf mir einfach nicht mehr zu nahe treten.
Und dabei gehe ich keineswegs mit Scheuklappen durch die Welt,
nein, nur mein Blick ist geschärft,
für das, was gut ist, was mir Freude bereitet.
Manchmal habe ich sogar daran gedacht,
diese Stadt mit all ihren Erinnerungen hinter mir zu lassen,
irgendwo einen neuen Anfang zu machen.
Doch dann wurde mir klar,
wie gut meine letzten Jahre hier waren,
es sind viele Freundschaften entstanden,
und das werde ich nicht einfach aufgeben,
sondern dafür kämpfen,
ja, ich habe eine gute Zeit, hier und jetzt.
Vorfreude auf das, was kommen wird!
Dieser Junge 2
18. August 2009
Dieser Junge stand dort,
es war Morgen, der dämmerte.
Die Augen schwer,
müde von der Nacht.
Sein Blick zum Horizont,
die ersten Strahlen.
Ankündigung des Tages,
mit all seinem Licht.
Dieser Junge hob seinen Kopf,
voller Erwartung und Neugier.
Ein leichtes Klopfen in der Brust,
etwas wie Erlösung.
Die Nacht als Freund,
in Stunden einst so schwer.
Der Tag als Erlöser,
von dunklen Träumen.
Dieser Junge blickte ins Licht,
ein erstes leises Lächeln.
Seine Blicke schwer,
und doch mit Mut.
Etwas wie Freiheit im Herz,
bereit, das Licht zu leben.
Unendliche Erlösung,
von Leid, vom Schmerz.
Dieser Junge war müde,
und doch wach.
Der Weg zum Horizont,
ein altes Leben.
Und alles neu,
freundlich, die schöne Seite.
Dieser Junge war ich,
hinein ins Licht.
Freunde
18. August 2009
Es ist schön zu wissen,
dass man Freunde hat.
Heute nachmittag ist mir die Decke auf den Kopf gefallen,
also habe ich mich ins Auto gesetzt,
um Stefan zu besuchen,
der inzwischen zu einem meiner besten Freunde geworden ist.
Und egal, was anliegt, auf ihn kann ich mich immer verlassen,
und dabei spielt es auch keine Rolle,
wie spät oder früh es gerade ist.
Aber auch in meiner Stadt gibt es genug Menschen,
auf die ich mich verlassen kann,
das hat mir auch das Wochende gezeigt,
es war ja Stadtfest bei uns,
ich habe viele alte Freunde getroffen,
und es fühlte sich so an,
als wäre ich nie weg gewesen.
Und ich werde auch nicht mehr verschwinden,
oder meinen Kopf in den Sand stecken,
da ich weiss, wenn was ist,
kann ich mich immer melden.
Und das gibt mir ein gutes Gefühl,
es ist diese Sicherheit,
die ich zu lange einfach ignoriert habe.
Damit ist aber jetzt Schluß,
so ist am besten für mich,
und auch für alle, die mich kennen,
und sogar noch ein wenig mögen,
trotz meiner in der Vergangenheit
manchmal seltsamen Verhaltensweise.
Danke für alles!
Rückblick
17. August 2009
Eigentlich wollte ich mich nicht mehr umdrehen.
Aber genau heute Abend fühle ich mich frei,
meine Erinnerung spielt mir nur noch selten Streiche,
und deswegen lasse ich es genau jetzt einfach zu.
Ein Blick in die Vergangenheit,
4 Jahre meines noch so jungen Lebens hier unten.
Und dabei glaube ich eigentlich nicht an ein „Oben“.
Ich lausche den Klängen aus meinen Lautsprechern,
entspannte Musik läuft jetzt,
ein wenig jazzlastig, gepaart mit orientalischen Einflüssen.
Ich mag diese Streams, sie sind meine Begleiter in der Nacht,
wenn ich hier sitze, und meine Gedanken zu Papier bringe.
Ja, es waren schöne Jahre, die ich mit ihr erleben durfte,
es gab Höhen und Tiefen,
und ich hätte mir ein „für immer“ gewünscht,
doch ich habe inzwischen eingesehen und verstanden,
dass es leider nie möglich war,
dieses „für immer“ zu verwirklichen.
Und es bleibt der bittere Beigeschmack,
nie eine wirkliche Begründung bekommen zu haben,
ein einfaches „Nein!“ reicht mir nicht.
Aber dabei wird es wohl bleiben,
es ist einfach zu viel Zeit vergangen,
alles zerbrochen über die Jahre.
Ich hatte eine gute Zeit,
in der ich gerne für Euch da war,
es scheint unendlich weit weg,
und dann doch in machen Momenten sehr nahe,
wenn ich Euch sehe, nur aus der Ferne,
und zufällig, unsere Stadt ist halt klein,
und es ist schon lange nicht mehr „unsere“ Stadt,
nur noch die deine und die meine.
Ich werde meinen Weg gehen,
auf Hürden bin ich vorbereitet,
wir werden uns begegnen,
früher oder später,
es mag hart werden,
aber die Zeit wird es mit sich bringen.
Ja, ich erinnere mich gerne an das, was einmal war!
In meinen Träumen
17. August 2009
Nachts ist es hart, aber tagsüber schön.
Meine Träume sind dann hell, freundlich,
es sind meine Begleiter am Tag,
die mich daran erinnern,
wie schön mein Leben hier unten eigentlich ist.
Mit jedem neuen Atemzug spüre ich,
wie wieder entdecktes Leben durch meine Adern strömt,
es fühlt sich warm an, so vertraut.
Und meinen Kopf trage ich inzwischen wieder oben,
genau dort, wo er hingehört!
Denn es hat sich nun endgültig lange genug seltsam angefühlt,
sich im Sand zu vergraben,
sich zu verstecken vor dem, was unausweichlich ist.
Meine persönliche Sonne war versunken,
und drohte, nie wieder auf zu gehen,
für immer in der schwarzen See meiner Gefühle verschwunden.
Draußen, vor meinem Fenster,
sammeln sich die Krähen,
um zu ihren Schlafplätzen aufzubrechen.
Sie singen ihr seltsames Lied,
es klingt nach Herbst,
und seinen Stürmen.
Bald werden sie, wie an jedem Abend,
aufbrechen, und eine seltsame Stille hinterlassen.
Ein Schwarm schwarzer Vögel,
der die nötige Ruhe suchen wird,
vor dem hektischen Tag, eine Flucht,
immer wieder neu, und doch so vertraut.
Auch die Musik wird gerade dramatisch,
sehr ruhig, aber bedrohlich,
es klingt nach Orient und ein wenig Mystik.
Trommeln und Geigen verkünden die nahende Nacht,
versunken in schreiender Stille.
Wie ein Heer aus müden Kriegern,
die es leid sind, eine weitere Schlacht zu schlagen.
Und auch so, wie die Krähen,
auf ihrer ruhelosen Suche,
bald verschwunden im Schwarz der Nacht.
Endlos, dunkel, Schattenreich.
Gedankensturm meiner Träume
16. August 2009
Es war dunkel draußen, und es war warm.
Durch die offenen Fenster drang eine seltsame Stille,
so, als wäre es die Ruhe vor dem nahenden Sturm,
der am Horizont schon zu sehen war.
Ich sah den Fernseher nur noch verschwommen,
die Bilder des amerikanischen Newschannels
waren eh immer die gleichen,
Berichte vom Krieg, oder das Elend der dritten Welt.
Das Programm war mir vollkommen egal,
Hauptsache überhaupt irgendeine Unterhaltung.
Meine Gedanken waren eh nicht bei der Sache,
so gerne ich mich auch konzentriert hätte,
es ging einfach nicht,
als ob eine Mauer in meinem Kopf
jeden freien Gedanken verhindern würde.
Und auch wieder der Griff neben mein Sofa,
so, wie es nicht anders kannte,
Seelentröster und Schlafmittel in einer Flasche,
nur noch ein wenig, dann war ich bereit,
die Nacht zu beenden, mein Bett zu suchen.
Müde und traurig streifte ich meine Kleider ab,
um in die sichere Höhle zu kriechen,
die mir eine hoffentlich traumlose Erleichterung bringen sollte.
Doch mein Kopf wollte nicht zur Ruhe kommen,
lange lag ich wach, und es tat weh,
alles war schon so weit weg, und dann doch wieder so nah,
als wäre es erst gestern gewesen.
Ich schlief ein, doch da waren sie wieder,
meine Träume in der ruhelosen Nacht.
Von ihr, von Dir, so real,
dass es mir Nacht für Nacht den Atem raubte.
Ich sehe Dich, spüre Deine Haut an meiner,
es ist so vertraut, so wirklich, so schmerzhaft.
Und wenn ich erwache, wirkt es nach,
mit einer so überzeugenden Stärke,
dass ich mich kaum zu wehren vermag.
Einst war die Nacht mein Freund,
mein Beschützer in schlimmen,
in einsamen Stunden.
Doch inzwischen ist alles anders geworden,
meine Träume hinterlassen Spuren für den Tag,
für jeden neuen Morgen.
Ob es sich ändern wird,
ich habe noch keinen wirklichen Plan.
In dieser Welt sterben Kinder,
Weltmächte beginnen, sich aufzulösen,
Regierungen brechen.
Und meine Gedanken versinken auch im Chaos
meiner Gefühle, es schmerzt,
auch nach dieser langen Zeit,
und es ist halt so, wie es ist.
Ob es meinen Leuten nun passt oder nicht,
es dauert halt, vielleicht lange,
vielleicht auch nur noch ein wenig.
Abwarten und hoffen!
Das erste Wochenende
16. August 2009
Ich habe es überstanden.
In meinem Ort war Stadtfest,
und ich bin einfach geblieben,
habe gearbeitet, viele Freunde getroffen,
leicht war es natürlich nicht,
nach so langer Zeit.
Aber es tat gut, ich habe mich wohl gefühlt,
man hat mich noch nicht vergessen.
Und eigentlich wollte ich dieses Wochenende nicht hier verbringen,
aber jetzt bin ich froh, fast ein wenig erleichtert,
dass es so gut gelaufen ist.
Es ist eine Mischung aus Freude und Erleichterung,
die ich an den letzten beiden Tagen verspürt habe,
da waren sie wieder, diese kleinen Momente des Glücks,
der Versuch, endlich wieder Normalität in mein Leben zu lassen.
Erst habe ich extrem mit mir gehadert,
ich dachte, dass ich es nicht aushalten würde,
nur wovor soll ich weglaufen?
Bringt mir ja nichts,
man verändert nur den Aufenthaltsort,
aber nicht das Problem.
Und genau dem stelle ich mich,
ich lasse es zu, auch wenn das nicht immer einfach werden wird,
so viel ist mir bewusst.
Vier mehr oder minder gemeinsame Jahre
kann ich nicht vergessen,
so sehr ich mir das auch ständig manchmal wünsche.
Es ist viel passiert in dieser Zeit,
ich verdränge meine Gefühle nicht mehr,
und seit ich das mache,
geht es mir deutlich besser,
wie in einem meiner früheren Posts schon beschrieben.
Es ist die Neugier, die mich antreibt,
das, was kommen wird,
jeder neue Tag als Chance,
mein Sein hier unten neu zu ordnen,
einen Weg finden, der es leichter macht.
Die Weichen sind gestellt,
und inzwischen kann ich wieder mit erhobenem Haupt
durch meine kleine Welt schreiten.
Der Weg zum Glück ist aber noch lang,
und er wird alles andere als einfach,
doch die Freude ist zurück,
dieses vorsichtige kleine Lächeln,
was sich ab und an auf meine Lippen zaubert.
Noch immer nach vorne, und nie mehr zurück!
Aufbruch
10. August 2009
Ja, es ist noch immer mein altes Leben!
Aber heute ist wieder ein neuer Tag,
die Luft zum Atmen ist da,
und ich spüre den warmen Wind auf meiner Haut,
geniesse die Strahlen der Sonne.
Je mehr ich mich mit meinen Sorgen beschäftige,
um so leichter lassen sich diese ertragen.
Ich lasse die Gefühle zu,
die mir über unendlich scheinende Zeit zugesetzt haben,
mir beinahe die Kraft zum Leben raubten.
Und seit dem ich das so mache,
zaubert sich ganz von selbst ein Lächeln auf mein Gesicht,
ich beginne langsam wieder daran zu glauben,
was in meinem Leben wirklich zählt.
Es ist ein schönes Gefühl,
einfach nur nach vorne zu blicken,
und nicht mehr zurück.
Mein Leben hier unten ist viel zu kurz,
um mir ausgerechnet über Dinge,
die es leider nie wirklich wert waren,
zu viele Gedanken zu machen.
Ich habe mich jetzt lange genug verkrochen,
geduckt, gebettelt und gejammert.
Und um welchen Preis?
Genau, den meiner Gesundheit,
die ich durch diese elenden Grübeleien
mit Füßen getreten habe.
Ich habe viel zu stark und viel zu lange
einfach dicht gemacht,
und habe anderen die Schuld gegeben,
versunken in Selbstmitleid,
nur noch Schmerz gespürt,
aber auch nur, weil ich es so wollte,
Deswegen bin ich einer bestimmten Person mehr als dankbar,
dass sie mir den „Kopf gewaschen“ hat,
Du weisst schon, wer gemeint ist. ![]()
Jedenfalls war das der nötige Tritt
in die einzig logische Richtung,
raus aus dem Loch der Gedanken,
und rein zurück in die wirkliche Welt.
Und hier bin ich jetzt,
der Anfang ist gemacht,
und ich bin stolz auf mich,
das behaupte ich mit Fug und Recht,
so hat es begonnen,
und so wird es auch weiter gehen.
Vorfreude auf das, was kommen wird!