Dieser eine Augenblick
31. August 2009
Es fiel ihm nicht leicht, seine Augen offen zu halten,
sein Körper war müde, so schwer vom Leben.
Die Gedanken schrien ihn an,
ein klein wenig Verstand schien noch übrig zu sein,
es ist dieser letzte Strohhalm,
an den man sich klammert,
den man nicht loslassen kann.
Immer wieder versuchte er, zu verstehen,
was da mit ihm geschah,
warum er sich nicht mehr wehren konnte.
Und trotz der tiefen Müdigkeit
tobten die Krieger in seinem Kopf
noch immer diese unerbittliche Schlacht,
so, als ob es kein Morgen mehr geben würde,
nur noch dieser eine, dieser letzte Kampf.
Was war denn nur geschehen?
Warum musste all das passieren?
Die Kleider aus tiefer Traurigkeit drohten,
zu einer unüberwindbaren Last zu werden,
die er nicht mehr ablegen konnte.
Es fühlte sich an wie ein Gefängnis,
aus dem er nicht ausbrechen konnte,
viel zu sicher waren die Erinnerungen an das,
was einst schön war.
Nun war es fast schon wieder Herbst,
die ersten Stürme kündeten von der kalten Zeit,
und auch sein Herz begann, langsamer zu schlagen.
Nur noch wenig Kraft, er schaute aus dem Fenster,
alles schien grau, so unwirklich.
Gab es da überhaupt noch einen Platz für ihn?
Es war diese Ungewissheit, die ihn zu verschlingen,
ja gar zu zerstören drohte.
Und dabei wollte er weinen,
seinen Gefühlen freien Lauf lassen,
doch da war sie wieder, diese Angst,
Schwäche zu zeigen.
Er wollte niemanden mehr stören,
mit seinen Problemen konfrontieren,
einfach nur hier und jetzt alleine sein,
mit all seinen Ängsten.
Und er wusste, dass es falsch war,
aber nichts hätte ihn vom Gegenteil überzeugen können,
nicht jetzt, nicht hier, nicht heute.