Seltsame Erinnerungen

30. August 2009

Heute vor einem Jahr war ich mit meiner Ex und ihrem kleinen
auf einem sehr bekannten Flohmarkt hier im Norden.
Es war ein schöner Ausflug, den ich aber beinahe durch meine Dummheit versaut hätte.
Aber seis drum, wir hatten einen schönen Tag dort.
Und al das ist nun schon so lange her,
für meinen Geschmack schon viel zu lange.
Es sind genau diese Tage,
voller Erinnerungen an eine schönes Zeit,
wohl die beste in meinem Leben.

Irgendwie ist alles noch immer so greifbar,
als wäre es erst letzte Woche geschehen,
doch ist leider eine Ewigkeit,
und ich verstehe nur zu gut,
warum sie mit mir absolut nichts mehr zu tun haben möchte,
es ist unglaublich, was ich alles veranstaltet habe,
ganz entgegen meiner Natur, so bin ich nicht,
und so wollte ich auch nie sein oder werden.
Als hätte es dort plötzlich nur eine tiefe Leere gegeben,
in meinem Herzen, wo einst viel Platz für sie und den Kleinen war.
Meine Versuche, mich kläglich zu entschuldigen,
wurde nicht mehr gehört,
ich habe es auch schon vor einiger Zeit aufgegeben, anzurufen.

„Ich werde nicht mit Dir darüber reden, wie es mir geht!“

Wo einst so viel Liebe und Zuneigung war,
ist vom dem Uns nichts mehr geblieben.
Es sind genau diese Tage, Tage wie heute,
an denen die Erinnerungen so präsent sind,
dass es mir beinahe die nötige Luft zum Atmen raubt,
mich Nachts wachliegen lässt, träumend von dem,
was einst warm und wundervoll war,
was meinem kleinen Leben hier unten einen Sinn gab.

Viele von Euch mögen jetzt denken,
das es Selbstmitleid sei,
aber so ist es nicht, das kann ich nach all den Monaten sagen,
es ist nur diese Traurigkeit über das,
was ich mir mit den Beiden so sehr gewünscht hatte,
eine gemeinsame Zukunft.

Was ich auch noch nicht geschafft habe,
ist zu verstehen, warum ich einfach verlassen worden bin,
ohne je eine richtige, oder vielleicht sogar eine ehrliche Antwort zu bekommen.
Es ist so, als würde man vor einem tiefen Abgrund stehen,
und viele Stimmen sagen dir „Los, spring jetzt!“,
und wenn Du diese Stimmen hinterfragst,
bekommst Du keine Antwort,
nur Ausflüchte, fadenscheinige Begründungen,
ohne einen wirklichen Sinn oder Inhalt.
Also bin ich stehen geblieben,
habe den Sprung nicht gewagt,
da es nicht sinnlos sein sollte.

Ob die Zeit etwas verändert hat?

Ja, in der tat, obwohl ich eigentlich nicht
an diese alten ratsamen Sprüche glaube.
Am Anfang des Endes standen Wut, Trauer,
und auch schiere Verzweiflung waren meine täglichen Begleiter.
Doch diese übermächtigen Gefühle werden leichter,
erträglicher mit jedem neuen Tag,
an dem man merkt, dass es doch noch Menschen gibt,
die einen mögen, die hinter einem stehen,
egal, wie zerstörerisch die Vergangenheit auch immer gewesen sein mag.
Ja, ich habe im vergangen Jahr sehr viel durch gemacht,
und dabei dachte ich, dass ich nur von Tiefpunkt zu Tiefpunkt schlittern würde,
so war es aber nicht, als ich es gemerkt habe,
war es Gott sei Dank noch nicht zu spät,
und meine Leben hing zu diesem Zeitpunkt nur noch an einem dünnen Faden,
ich sah nur noch die Rückschläge, aber keinen Horizont.
Und genau damals gab es noch Menschen,
die, trotz alle dem was passiert war,
wie schräg und eigenartig ich mich auch immer verhalten habe,
die für mich da waren, in Stunden der Dunkelheit,
in denen ich mich am liebsten von dieser Welt gewünscht hätte.
Ja, sie waren da, obwohl ich mein Leben schon so lange ignoriert,
und meine Gesundheit mit Füßen getreten hatte.

Dazu jetzt ein sehr gut gemeinter Ratschlag von mir:

Wenn Ihr meint ganz unten zu sein, und kein Schwein mehr Eure Sorgen,
Ängste, Nöte und Probleme möchte, dann spielt sich dieses
„nicht mehr hören wollen“ nur in Eurem Kopf ab!
Greift zum Hörer, ruft an, ihr nervt nicht, verlasst Euch drauf!
Es ist weder peinlich, noch ein Zeichen der Schwäche,
es ist dieser Funken Stärke, Selbsterhaltungstrieb,
greift um Telefon, es wird Euch keiner deswegen böse sein,
nein, ganz im Gegenteil, Freunde sind immer da,
egal, wie tief man meint gefallen zu sein!

Ich habe jedenfalls eine gewaltige Lehre daraus gezogen,
mich zu öffnen, wenn es mir beschissen geht.

Und gut geht es mir heute nicht,
natürlich wird es Zeit brauchen,
bis man wieder zu seiner gewohnten Stärke wächst,
vielleicht nur noch Monate, vielleicht auch viele Jahre.
Aber es geht aufwärts, Stück für Stück,
erzwingen kann man nichts,
aber tut mir den Gefallen, macht nicht dicht,
denn das ist falsch, ich spreche da aus eigener bitterer Erfahrung.

Wenn es Euch hilft, dann schreibt es auf, lasst es einfach raus,
natürlich werden jetzt viele von Euch den Kopf schütteln,
bei dem, was ich gerade in meinen Blog schreibe,
ja, vielleicht ist es eine Art Seelenstriptease,
aber da kann ich mit leben,
das geschriebene Wort ist meine Art,
mit meiner Vergangenheit umzugehen,
zu verstehen, was alles war, wie ich war,
und wie es am besten nie wieder sein soll.

Nur Mut!

One Response to “Seltsame Erinnerungen”

  1. margaritachum Says:

    „das geschriebene Wort ist meine Art,
    mit meiner Vergangenheit umzugehen,
    zu verstehen, was alles war, wie ich war,
    und wie es am besten nie wieder sein soll.“

    Kenne ich, und es hilft wirklich. Siehe hier: http://nobodyswife.wordpress.com/
    Ich hoffe, es ist inzwischen etwas besser geworden.


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