Klar denken
30. August 2009
Eigentlich habe ich alles was ich brauche!
Soziale Sicherheit, einen beinahe idiotischen Berg an Klamotten,
viele Freunde, von denen ich einige als sehr gute Freunde bezeichne.
Menschen halt, die sich freuen, wenn es mir gut geht,
und die sich gewaltige Sorgen machen, wenn ich mal wieder den Kopf in den Sand stecke.
Aber ist mein Leben deswegen normal?
Nein, mit Nichten!
Seit Jahren bin ich schon auf einer ewigen Suche,
es ist dieses Gefühl, endlich meine persönliche Wahrheit wissen zu wollen,
von „möchten“ kann beim besten Willen keine Rede mehr sein.
Und dabei gehe ich alles durch,
jeden noch so kleinen Stein,
den ich im Laufe der Vergangenheit auf den anderen gesetzt habe,
ja, ich hatte eine gute Zeit,
habe gelebt, es war eine einzige große Party, jeden Tag, jede Sekunde.
An ein Morgen habe ich dabei nie wirklich gedacht,
Tage folgten auf Wochen, Wochen auf Monate,
in denen ich mich in meiner Haut mehr als wohlgefühlt habe.
Meine Vita liest sich wie belangloser Trivialroman,
als gäbe es kein Unglück, keine Trauer, keinen Schmerz.
Eine schön Fassade, meine letzten Jahre hier unten
Früher hatte ich einen ganz persönlichen kleinen Wahlspruch,
„Nein, ich werde niemals heiraten, ich bleibe für immer Junggeselle!“
Nette Theorie, doch dann kam die Liebe,
und traf mich mit einer solchen Stärke,
endlich gab es ein neues Gefühl,
und meine Party schien vorbei,
obwohl sie durch diesen neuen Moment gerade erst begonnen hatte.
Es sollte zur besten Zeit in meinem Leben werden,
da war sie, und der Kleine,
endlich die heile Welt in der meinen, von der ich nicht zu träumen gewagt hatte.
Und vermutlich habe ich alles falsch gemacht,
sonst würde ich wohl nicht hier alleine sitzen,
und versunken in Melancholie meinen Blog zu vermüllen.
Ich weiss, ich sollte die Schuld nicht bei mir suchen,
aber ohne eine ehrliche Erklärung wird mir das wohl niemals gelingen.
Mein Telefon liegt neben mir,
doch ich habe Angst davor, es zu benutzen,
vermutlich bekomme ich eh keine Antwort.
Warten auf Montag!
30. August 2009 at 15:48
„Mein Telefon liegt neben mir, doch ich habe Angst davor, es zu benutzen…“
Ohne jetzt ganz genau zu wissen was passiert ist/war…
Benutze es, auch wenn es schwer fallen mag und die Ängste stärker zu sein scheinen. Ohne den Versuch werden diese Ängste nur weiter wachsen…
Viel Glück!
31. August 2009 at 09:42
Och Ralf,
ich hab letzten was interessantes gelesen: Liebeskummer wird in den selben Hirnarealen verarbeitet wie das Verliebt sein und es wird der selbe Botenstoff dabei ausgeschüttet. Die Entzugserscheinungen die der Verlassen dabei hat sind dadurch vergleichbar mit dennen von Kokain, nur die Belohnung (Nähe, Zärtlichkeit, Sex) bleibt aus.
Mir helfen logische Erklärungen manchmal ungemein weiter, dir vielleicht auch?
Ansonsten wasch Ich dir bei Gelegenheit nochmal den Kopf zum Thema Herbst
Halt den kopf oben und die Finger weg vom Telefon!