Liebeskummer
6. Juni 2009
Oha, ein sehr großes Wort!
Es ist wohl mit das Schlimmste,
dass einen Menschen treffen kann.
Und dabei gibt es ihn wohl in tausenden Formen,
klein, groß, schwach, stark,
und manchmal auch übermächtig,
wie in meinem Fall geschehen,
und genau darüber möchte ich Euch berichten.
Es wird vermutlich eine sehr lange Geschichte werden,
eine Geschichte von 4 Jahren,
die ich hier in einigen Beiträgen erzählen werde.
So manch einer mag hier auch ein Stück seiner eigenen Geschichte lesen,
oder zumindest einige Facetten aus seinem Kummer.
Es beginnt im Juni 2005, seit dem nahm alles seinen Lauf,
wurde mal stärker, mal schwächer,
mal war es Liebe, mal Kummer,
und dann wieder die schiere Verzweiflung.
Ich hoffe also, Ihr seid neugierig, es wird nicht leicht für mich,
und auch nicht leicht für Euch.
Juni 2005
In den letzten beiden Jahren beim Bund wollte ich eine Umschulung machen,
und da kam mir ein Bekannter mit einem kleinen Laden in unserer Stadt wie gerufen.
So machte ich als ab dem 1. Juni dort ein Praktikum als Kaufmann im Einzelhandel.
Und genau an diesem ersten Tag stand ich draussen vor dem Laden und rauchte eine.
Vor dem Geschäft gegenüber sah ich plötzlich ein Frau, die ebenfalls eine rauchte,
und was ich da sah, gefiel mir sehr gut, ich bin sofort rein zu meinem Chef und fragte ihn,
wer denn wohl diese Frau aus dem anderen Laden sei. In den kommenden Tagen und Wochen
standen wir dann gemeinsam immer mal wieder draussen, um eine zu rauchen,
wir unterhielten uns viel, und sie wurde mit von Tag zu Tag sympathischer.
Es dauerte dann fast 2 Monate, bis sie mich fragte, ob wir nicht an einem Freitag
nach Feierabend gemeinsam etwas trinken gehen sollen.
Natürlich stimmt ich zu, da ich gerade dabei war, mich in diese Frau zu verlieben.
Und ich wusste auch, dass sie verheiratet war, und einen kleinen Sohn hatte,
ausserdem war sie einige Jahre älter als ich.
Und dann kam dieser besagte Freitag Abend,
wir gingen in eine kleine Kneipe in unmittelbarer Nähe.
Dabei wurden wir dann leider Anfangs noch von einem weiblichen Gast gestört,
die fragte, ob sie sich zu uns setzten könne.
Wir spielten dann zu dritt einige Runde Darts,
und schliesslich waren wir dann endlich alleine unten am Tresen,
und wir hatten schon so einige Biere getrunken,
als sie mich aus heiterem Himmel fragte:
„Was hälst Du eigentlich von einer Affäre mit einer verheirateten Frau?“
Ich war baff, und antwortete nicht, aber wir haben uns dann heimlich
oben in der Kneipe am Kicker getroffen und uns geküsst.
Am Ende des Abends waren wir beide reichlich betrunken,
ich habe sie dann noch zum Taxi gebracht, sie geküsst und verabschiedet.
August 2005 bis August 2006
Und im Laufe dieses Jahres haben wir uns immer mal wieder
mehr oder weniger zufällig getroffen.
Der Laden, in dem sie gearbeitet hatte, war inzwischen dicht gemacht worden,
und sie hatte eine neue Stelle in der Kneipe,
in der wir uns zum ersten Mal geküsst hatten.
Und meine Besuche in dieser Kneipe wurden dann auch immer regelmäßiger,
und da sie meistens Mittwochs Nachmittags arbeiten musste,
war ich auch häufiger da, und habe sie im Laufe des Jahres
auch ab und zu nach Hause gefahren, da ihr Mann das Auto meistens hatte.
Und in dieser ganzen Zeit haben wir uns natürlich geküsst,
aber immer heimlich, denn ihr Mann sollte nichts von ihrer Affäre erfahren,
und das war auch mir recht, alles ziemlich einfach und ohne Probleme.
Und Mitte August 2006, ein Jahr, nachdem wir uns das erste Mal geküsst hatten,
feierte mein Chef vor seinem Laden seinen 30. Geburtstag und musste fegen,
da er noch nicht verheiratet war. Ich war an diesem Abend natürlich auch da,
habe mitgefeiert, und irgendwann gegen 22 Uhr kam sie dann aus der Kneipe,
da sie meinen Chef auch gut kannte, um sich noch ein Bier abzuholen.
Natürlich hatte sie gesehen, dass ich auch dort war.
Und genau an diesem Abend sind wir zum ersten Mal in meiner Wohnung gelandet,
und haben miteinander geschlafen, sie wollte sich dann Nachts davon schleichen,
ohne mich zu wecken, ging aber nicht, da es nahezu unmöglich ist,
meine Wohnungstüre ohne Schlüssel ins Schloss zu ziehen.
Also weckte sie mich, wir küssten uns und dann fuhr sie nach Hause.
Es hat also 1 Jahr gedauert, bis wir zum ersten Mal intim waren.
Nach dieser ersten halben gemeinsamen Nacht hatte sich etwas verändert.
August 2006 bis November 2007
Nachdem dann endlich der Knoten des Intimseins geplatzt war,
sahen wir uns immer häufiger, sie besuchte mich,
oder ich besuchte sie bei der Arbeit in ihrer kleinen Kneipe.
Sie begleitete mich sogar auf meine Weihnachtsfeier in eine Nachbarstadt,
ihrem Mann sagte sie, dass sie eine Freundin besucht.
Wir kamen uns immer näher, und als ich dann im Dezmeber 2006
für die Weihnachtsfeiertage zu meinen Eltern gefahren bin,
schenkte sie mir vorher noch eine CD,
das erste Album von Cicero, und ich wartete nicht bis Weihnachten,
sondern hörte sie schon auf der Fahrt nach Hause.
Silvester haben wir dann getrennt voneinander gefeiert,
war auch nicht schlimm, da wir uns ja eh immer häufiger gesehen haben.
Das Frühjahr nahm seinen Lauf, wir trafen uns bei mir,
immer das gleiche Ritual halt, von Woche zu Woche.
Bis zu dem Tag, als sie eines Abends bei mir war,
wie machten einen DVD Abend, ich hatte Weißwein, und sie Rotwein.
Aber irgendwie war mir an diesem Abend nicht nach Nähe,
doch sie wurde immer anhänglicher, bis es mir schliesslich zu viel wurde,
und ich einen blöden Spruch machte, den sie falsch verstanden hatte.
Jedenfalls machte sie mir eine Szene, fing an zu weinen,
und verliess überstürzt meine Wohnung.
Genau da hätte ich eigentlich etwas merken müssen.
Und dann haben wir uns einige Wochen nicht gesehen,
oder sind uns aus dem Weg gegangen,
und ich hatte sie irgendwie auch schon fast vergessen,
doch nach 4 Wochen öffnete sich die Türe von meinem Laden,
sie kam herein, war unsicher, und fragte, was denn nun mit uns sei.
Als ich sie sah, konnte ich nicht anders,
ich nahm sie in den Arm und wir küssten uns.
Alles war wieder gut zu diesem Zeitpunkt.
Kurz darauf kam sie dann wieder am Laden vorbei,
aber diesmal mit ihrem kleinen Sohn,
so, als sollte es an der Zeit sein, dass er mich kennenlernt.
Und so war es auch, der Kleine und ich mochten uns auf Anhieb.
Ihr Mann oder Ex-Mann, wie man es auch nennen mag,
war zu dieser Zeit im Ausland auf Montage,
und so konnten wir uns recht frei in unserer kleinen Stadt bewegen,
und das war schön, endlich auch mal in die Öffentlichkeit zu gehen.
Als dann der Auszug aus dem gemeinsamen Haus anstand,
habe ich an meinem Geburtstag geholfen,
dieses Haus zu entrümpeln, ihr Bruder hat auch mitgeholfen,
und so habe ich ihn kennengelernt.
Als sie dann eine neue Wohnung gefunden hatte,
habe ich auch dort nur kurz beim Anstreichen einer Wand geholfen,
da der Rest von ihrem Ex und seinen Kollegen gemacht wurde.
Kurz nach Ihrem Einzug in die Wohnung
stellte sie mich auch ihrer Mutter vor,
darauf war ich damals ziemlich stolz,
da sie mich auch von Anfang an mochte.
Ich war inzwischen aus der Bundeswehr ausgeschieden,
machte allerlei Pläne für die Zukunft,
ich hatte es sogar geschafft, mit dem Rauchen aufzuhören.
Doch je besser es mir ging, desto schlechter schien es bei ihr zu werden,
im November bat sie mich dann um etwas Abstand,
meine Reaktion darauf war jedoch mehr als übertrieben.
November 2007 bis Februar 2008
2 Tage, nachdem sie mich um Abstand gebeten hatte,
habe ich reagiert wie ein beleidigtes Kind,
ich habe einfach per SMS Schluss gemacht.
Mit der Reaktion, dass ich einige Tage Später meine Sachen,
die ich ihr geschenkt hatte, vor der Türe stehen hatte,
meinen Computer und noch einige andere Dinge.
Ich habe dann sehr schnell gemerkt,
wie sehr ich sie vermisse, und habe versucht,
wieder Kontakt mit ihr aufzunehmen,
habe angerufen, bin hingefahren,
das war jedoch leider alles mehr oder minder erfolglos.
In der Vorweihnachtszeit waren wir dann zusammen im Kino,
und sie hat sich an mich gekuschelt während des Films,
danach hat sie mich noch nach Hause begleitet,
und wir haben uns nach langer Zeit mal wieder geküsst,
mehr aber nicht.
Zwei mal habe ich sie dann noch „abgeschleppt“,
als wir uns zufällig in ihrer kleinen Kneipe getroffen haben,
aber als ich dann am nächsten Morgen fragte,
ob wir denn nun wieder zusammen seien,
kam ein klares Nein.
Silvester haben wir dann auch getrennt voneinander gefeiert,
ich mit ein paar Leuten in meiner Wohnung,
und sie nur wenige Meter entfernt in dieser Kneipe.
An diesem Abend ging es mir nicht gut,
ich habe sie sehr vermisst, bin in ein Loch gefallen,
und die Woche nach Silvester habe ich mich nicht mehr aus dem Haus bewegt,
und meine Vorräte an Alkohol vernichtet.
Mir ging es von Tag zu Tag schlechter,
und ich entschloss mich, einen Entzug zu machen.
Das hatte ich ihr auch dann gesagt,
ich merkte auch, dass sie sich irgendwie Sorgen macht,
und nach dem ich dann einige Tage im Krankenhaus verbracht hatte,
und merkte, dass es die falsche Entscheidung war,
kam sie mich tatsächlich Sonntags besuchen.
Ich habe mich dann selbst entlassen,
und sie hat mich mit zurück nach Hause genommen.
Und genau ab diesem Zeitpunkt hatten wir wieder mehr Kontakt,
an einem Wochenende war meine Heizung ausgefallen,
und sie erlaubte mir, bei ihr zu übernachten,
es ist aber nichts passiert, wir wurden nicht intim.
Als sie dann mal wieder nach einer Nacht in dieser Kneipe
bei mir geschlafen hatte,
kam am Tag danach eine SMS von ihr mit den Worten
„Es war schön, bei Dir gewesen zu sein!“
Wenig später habe ich dann zum ersten Mal
wieder richtig bei ihr übernachtet,
und wir haben auch miteinander geschlafen,
einen Tag später schrieb sie mir dann
„Ich bin froh, dass Du bei mir warst und geblieben bist.“
Im Februar ist sie dann mit ihrer besten Freundin
auf ein Cicero Konzert, und danach schrieb sie mir
„War richtig gut, habe Dich irgendwie vermisst“
Tja, und so kam eins zum anderen, und wir uns wieder sehr nahe.
Mehr zum schönsten Sommer den ich je hatte,
dem Sommer 2008, bald!
Eigentlich möchte ich nicht mehr viel dazu sagen,
ich belasse es mal hierbei
und schreibe vielleicht die Geschichte später weiter auf.
Abstand, und nicht mehr daran denken,
warum auch, würde mich nur kaputt machen!
Punkt!
22. Oktober 2009 at 07:24
Kopf hoch, dass wird schon wieder