Neuer Lebensraum
4. Februar 2010
Im Hier und Jetzt 2010
3. Januar 2010
Es hat einige Tage gedauert, bis ich im neuen Jahr angekommen bin.
Nach meinen 5 Retrospektiven wage ich nun einen Blick in die Gegenwart,
über die Zukunft möchte ich mir noch keine Gedanken machen,
erst mal ankommen im Hier und Jetzt.
2009 kann ich jedenfalls getrost vergessen,
wie Ihr aus meinen letzten Beiträgen entnehmen könnt.
Nun sitze ich hier, die Dämmerung kündet von der nahen Nacht,
die mir Ruhe und Gedankenlosigkeit bescheren soll,
mal sehen, ob dies heute auch wieder funktioniert.
Hier, in Sicherheit, kann ich so langsam verstehen,
wie es war, wie alles war, und wie es am besten nie wieder sein soll.
Mit dem nötigen Abstand schaffe ich es,
wieder ein wenig Ordnung in meine Gedanken zu bringen,
um langsam aber sicher meine alte, gewohnte Ordnung zu finden.
Leicht ist es nicht, ich muss mich anstrengen,
beinahe schon zwingen, normal funktionierende Gedanken zu fassen.
Früher war das alles kein Thema, doch seit mein Leben aus den Fugen geraten ist,
ist es ein Kampf, jeden Tag aufs Neue.
Und ich bin bereit, diesen Kampf aufzunehmen,
mich den Dingen zu stellen, die mich so lange belastet haben,
die mein Leben zu einer Qual werden liessen.
Das es nicht einfach wird, ist mir klar,
zu tief sind die Wunden meiner Vergangenheit,
zu schwer wiegt die Last, die ich auf meinen Schultern trage.
Aber so wie im letzten Jahr kann und darf es nicht weitergehen,
Verzweiflung und Selbstzerstörung waren meine täglichen Begleiter,
sie hielten mich davon ab, ein wenig Zufriedenheit oder Glück zu leben.
Inzwischen bin ich hoffentlich stark genug, mich meiner Vergangenheit zu stellen,
und all das zu ändern, was drohte, mich endgültig zu zerstören.
Viele Gespräche werden noch folgen müssen,
Illusionen, dass es einfach wird, mache ich mir nicht,
es wird ein steiniger Weg, es bleibt mir keine andere Wahl,
als diesen bis zum Ende zu gehen,
bis ich endlich wieder zu dem gefunden habe,
was ich einst war, wie ich eigentlich bin.
Retrospektive 5/2009
2. Januar 2010
Zum Glück gab es ihn, diesen letzten Ruf nach Hilfe,
das letzte verzweifelte klammern an den Strohhalm,
der sich mein Leben nannte.
Doch es war kein Zeichen von Stärke,
lediglich die schiere Verzweiflung trieb mich zu diesem Schritt.
Mutlos und ohne Kraft, nahezu kläglich,
der letzte mögliche Ausweg aus meinem persönlichen Chaos.
Und beinahe hätte ich diese Hilfe abgelehnt,
meine persönlichen Abgründe sollte niemand sehen,
nicht merken, wie schlecht es um meine Gesundheit stand.
„Wenn nicht jetzt, dann nie mehr, so gehe ich drauf!“
Eine reichlich späte Erkenntnis, aber die Zeit hatte es einfach nicht geschafft,
meine tiefen Wunden zu heilen, und die neuen ohnehin nicht.
Müde und schwach öffnete ich meine Tür, keinen Mut mehr,
meine spröden Lippen nicht mehr fähig, ein Lächeln zu zeigen.
Dann ging alles relativ schnell, ein paar Sachen gepackt,
die blutigen Spuren von Gesicht und Händen entfernt,
Zuspruch, und eine schier endlose Fahrt in die Sicherheit.
Ab diesem Tag sollten nun viele Wochen ins Land ziehen,
Tage und Monate, mal bessere, aber nur selten gute.
Wie sieht es jetzt aus?
Was hat sich verändert?
Fortsetzung folgt
Retrospektive 4/2009
31. Dezember 2009
Und dann wurde es irgendwann still, eine bedrückende Lautlosigkeit,
ich versuchte zu hören, was mein Verstand mir sagen wollte,
doch mein Herz ließ keine weiteren Gefühle zu.
Der Ablauf meines Tages war nun so monoton geworden,
dass mir selbst die einfachsten Dinge schwer fielen,
wie eine unendliche Last, die auf meinen Schultern ruhte.
Der Punkt ohne Wiederkehr war nun endgültig erreicht,
auch meine letzten Kontakte in die Welt da draussen waren verkümmert,
nicht mehr existent, bedeutungslos im Nichts verschwunden.
Es gab kaum ein Licht mehr, dass meine Umgebung erhellte,
das letzte heitere Tanzen meiner Kerzen im Keim erstickt,
und mein trostloses Leben war dabei, mich zu überholen.
Leise versuchte ich noch, mich zu erinnern,
auf die Dinge zu blicken, die einst schön waren,
die mich mit Mut, Zuversicht und Freude erfüllten.
Aber so sehr ich mich auch anstrengte, es sollte mir einfach nicht gelingen,
Geist und Körper bildeten schon lange keine Einheit mehr.
Auch meine Wünsche waren verflogen,
mein Glaube an das Gute in dieser Welt verschwunden,
und ein Ausweg aus diesem Tal in weite Ferne gerückt.
Ich versuchte, mich umzudrehen, einen Blick auf das zu werfen,
was mich umgab, und was ich dort sah, ließ mich erschrecken,
das Chaos in meinem Kopf hatte meine ganz persönliche Umgebung
auch ins Chaos gestürzt, so war ich nie, und so hatte ich nie werden wollen.
Und dann, binnen weniger Tage, überschlugen sich die Ereignisse,
keinen Kontakt mehr, im Rausch des Giftes betäubt,
ein Unfall, tiefe Schmerzen, und die Erkenntnis,
dass es sich dem Ende nähert.
Gab es noch einen Ausweg?
Glaubte ich noch an mein Leben?
Fortsetzung folgt
Retrospektive 3/2009
29. Dezember 2009
Hatte ich nun hier meinen persönlichen Ort der Ruhe gefunden?
War es mir möglich, den nötigen Abstand zu finden?
Mit Schmerzen wartete ich, die Hilfe war dringender als jemals zuvor,
endlich wurde meine primäre Wunde versorgt,
nicht wirklich sanft, aber auf die einzig mögliche Art und Weise.
Und dann folgte der wirklich schwierige Schritt,
hinein in eine mehr als ungewisse Zeit,
voller neuer Gesichter und Begegnungen,
manche positiv, andere hätte ich am liebsten sofort wieder vergessen.
Mit der nötigen Ignoranz und einer gesunden Spur schwarzen Humors
konnte man es dort an diesem unwirklichen Ort aushalten,
zu viele Gedanken wären wohl wie immer nur schädlich gewesen.
Es vergingen Tage und Wochen, und immer lag eine seltsame Stille in der Luft,
beinahe schon mit Händen greifbar, beschützend und melancholisch zur gleichen Zeit.
Die Menschen in meiner Umgebung nahm ich auch hier wieder nur bedingt wahr,
den einen mehr, den anderen weniger.
Und genau hier an diesem Ort trafen diese verschiedenen Schicksale aufeinander,
manche verwirrt, andere traurig, oder einfach nur Leute wie du und ich,
denen das Schicksal im Laufe der Zeit seltsame Streiche gespielt hatte.
Da war ich nun, tief verloren in meiner kleinen, längst nicht mehr heilen Welt,
und nur langsam schaffte ich es, das Wirrwarr in meinem Kopf ein wenig zu beruhigen.
Und genau dieses Wirrwarr wurde mir bereits in der Vergangenheit zum Vorwurf gemacht,
man nannte es Selbstmitleid, dass ich überhaupt nicht wolle, dass es mir besser geht.
Doch niemand, absolut niemand kann hinter die Fassade eines Menschen blicken,
hinter die ganz persönliche Mauer meines Seins, die ich im Laufe der Monate
immer höher und höher um mich gezogen hatte.
Und je größer die Steine wurden, um so mehr hatte ich vergessen,
Platz für ein Fenster, geschweige denn für eine Türe zu lassen.
Mit dem Dach war ich auch fast fertig, nur noch wenig Licht des trüben Tages
drang durch die letzten zugänglichen Stellen meines Herzens.
So eingemauert verbrachte ich Monat um Monat,
und mit jedem weiteren Tag merkte ich,
wie tief ich im Chaos meiner Gefühle gefangen war.
Nicht mehr sprechen, nicht mehr sehen, nicht mehr hören,
dunkle Nächte wurden zu meiner besten Freundin,
sonnige Tage zu meinem ärgsten Feind, jede weitere Sekunde eine Qual.
Würde ich nun Hilfe finden?
Sollte es wirklich „besser“ werden?
Fortsetzung folgt
Retrospektive 2/2009
29. Dezember 2009
Der Abend brach herein,
wie ein dunkler Schleier, der sich auf mein Haupt legte,
doch nicht tröstend, sondern von einer so erdrückenden Stille,
dass mir beinahe den Atem raubte.
Ich versuchte aufzustehen, doch meine Glieder waren unendlich schwer.
Es war nur wenig Licht,
lediglich der sanfte Schein meines weltweiten Netzes erhellte den Raum.
Einst suchte ich dort Trost, Verständnis, vielleicht sogar ein wenig Zuneigung,
doch heute wollte ich nicht, ich konnte nicht.
Mit letzter Kraft schrieb ich ein Zeile, und wurde gehört,
ohne eine Antwort hätte ich für nichts mehr garantieren können,
der Blick leer, mein Geist vom Gedanken der Aufgabe beseelt.
Und dann war sie da, im Angesicht meiner dunkelsten Seite,
absurde Abgründe der letzten lebendigen Spuren meines Seins.
Nur wenige Worte fielen, tröstende Berührungen,
ein verschwindend winziges Licht,
irgendwo da draussen in meiner ganz persönlichen Nacht.
Dieser letzte leise Keim der Hoffnung,
eine Fahrt ins Ungewisse, meine Wunden mussten versorgt werden,
innen wie auch außen.
Das Ende meiner Achterbahnfahrt?
Fortsetzung folgt
Retrospektive 1/2009
26. Dezember 2009
Nun sitze ich schon eine gefühlte Ewigkeit vor diesem leeren Blatt,
mein Kopf fühlt sich schwer an, eine angenehme Leere,
die auch meinen restlichen Körper durchströmt.
Meine Gedanken drehen sich gerade nicht im Kreis,
so, als wären Erinnerungen im hintersten Teil meines Hirns verschwunden,
eine seltsame Stille, die meine geschundene Seele umgibt.
Und doch, einmal möchte ich mich noch umdrehen,
zurückblicken, weniger analytisch,
sondern viel mehr aus der Tiefe meines Herzens.
Bestimmte Dinge wünscht man bekanntlich seinem ärgsten Feind nicht,
doch 2009 war für mich so verheerend,
dass selbst eine mir feindliche Armee nicht das schultern könnte,
was ich erlebt habe, durchleiden musste.
Es ist diese fatale Mischung aus Wut und Traurigkeit,
mein ganz persönliches Gefängnis der Gefühle,
und die Gitterstäbe wurden enger, von Monat zu Monat,
von Tag zu Tag, jeden Augenblick ein klein wenig mehr.
Mein Geist fing an, mir Streiche zu spielen,
ein offener Blick in die Realität war nicht mehr möglich,
und die Folgen dieser Verzweiflung sollten beinahe fatale Folgen haben.
Meine Zeit in Freiheit habe ich genutzt, um mich immer weiter zu zerstören,
jeden noch so kleinen Ruf nach Leben im Keim zu ersticken,
an ein klein wenig Freude oder Zufriedenheit war nicht mehr zu denken.
Die Menschen da draussen habe ich nur noch bedingt wahrgenommen,
nur das Gift in meinem Körper ließ mich zur Ruhe kommen,
Abends, eingeschlossen, beseelt durch absurden Konsum.
Und immer das gleiche Spiel, traurig und mutlos,
ein beinahe lächerliches Schauspiel, Tag ein, Tag aus.
Doch dann war es soweit, der Punkt ohne Wiederkehr war erreicht,
Blut, überall, nichts als Blut, wie eine rot leuchtende Mahnung,
der erhobene Zeigefinger, so kurz vor dem eigenen Ende.
Und meine Uhr zeigte längst fünf nach zwölf, vielleicht noch ein paar Stunden,
für einen weiteren Tag hätte es nicht gereicht.
Ich spürte meinen Körper, aber alles tat weh, jede Bewegung,
und mein Kopf pochte wie ein Schmiedehammer,
die riesige Wunde hatte Spuren hinterlassen.
Ich spürte Tränen auf meinen blutigen Wangen,
mein Atem war flach, die Augen schwer vor Sorge.
Was sollte das denn alles noch?
Wo war der Sinn?
Fortsetzung folgt
Nur noch heute Nacht
4. September 2009
Einfach ist es noch immer nicht.
Diese Gedanken an früher,
wie es einmal war,
ich bilde mir ein, das es gut war,
aber war es denn wirklich so?
Nein, inzwischen sehe ich klarer,
deutlicher, das unser “gemeinsames” Leben
nur eine bedrückende Illusion war,
ein Kampf, jeden Tag auf’s Neue.
Meine Bemühungen konnten nichts mehr ausrichten,
gewonnen habe ich Dich nie wirklich,
es war immer nur eine scheinbare Fassade,
leider nie mehr, nur weniger.
Menschen ändern sich nicht,
egal, wie groß oder stark die Liebe sein mag,
es ist diese Prägung,
die sich nicht verleugnen lässt,
ganz tief im Inneren,
immer präsent,
mal mehr, und mal weniger.
Langsam kriecht die Müdigkeit in meine Glieder,
ich fühle mich ruhig und entspannt,
es sind die Vorboten der Nacht,
diese hoffentlich traumlose Ruhe.
Mein Mac als treuer Begleiter,
in Stunden, die so entspannt sind.
Der nahe Herbst kündet von der Dunkelheit,
und ja, ich freue mich darauf,
hier zu sitzen,
und den Stürmen der Nacht zu lauschen.
Auf bald, Ihr Lieben!
Hektische Lichttänze
2. September 2009
Es ist Abend, langsam schleicht wieder diese Stille durch meine Fenster.
Sie kündet von der Nacht, von Ruhe und Frieden.
Im Lounge Radio Bert Kämpfert mit “Danke schön”,
erinnert mich an die Plattensammlung meiner Eltern.
Ein Schneider ist durch mein Fenster gekommen,
fliegt ruhelos ums Licht neben meinem Rechner,
und plötzlich ein neues Lied,
Mambayaga Project mit “Joy Of A Stick”,
es passt zu den Flügelschlägen.
Jetzt hat er seinen Platz für die Nacht gefunden,
an der Decke, er mag wohl müde sein.
So, wie ich, versunken in Gedanken
an meine nahe Zukunft,
vermutlich steht eine Reise an,
nicht weit weg, aber weit genug,
um wieder die nötige Luft zum Atmen zu finden.
Morgen werde ich mich an die Planung machen,
alles weitere dann hier.
Gute Nacht, Ihr Lieben,
schöne Träume!
Blaine Larson – How do you get that lonely
2. September 2009
In meinen Jahren in Kanada war Country Musik mein Begleiter,
und auch schon früher gab es nachts im deutschen Fernsehen
die aktuellen Hits aus den USA und Kanada,
sie haben mich manche Nachtschicht begleitet.
Und vor einiger Zeit habe ich diesen Song bei youtube entdeckt,
leider kann man das originale Video nicht mehr sehen,
da es in Deutschland das Urheberrecht verletzt,
dieser Song ist so traurig, und auch so wahr,
und Blaine Larson ist ein unglaubliches Talent.


